Kapitel 1: Wie immer – und doch anders
Ryan beginnt ihren Abend im September wie so viele zuvor: mit vertrauten Gesichtern, frechen Sprüchen und dem Gefühl, längst nicht mehr nur an einem Arbeitsplatz anzukommen. Der Pub ist für sie, Malu, David und Sascha zu einem zweiten Zuhause geworden. Doch während der Abend ungewöhnlich ruhig verläuft, sorgt eine Beobachtung auf der gegenüberliegenden Straßenseite für erste Spekulationen. Noch ahnt niemand, dass dort etwas entstehen könnte, das ihren vertrauten Alltag gehörig durcheinanderbringt.
Ryan schlendert durch die engen, kopfsteingepflasterten Straßen der Altstadt. Die Abendsonne taucht die alten Fassaden in ein warmes Licht, und der süße Duft blühender Blumen liegt in der Luft. Ihr Blick bleibt auf den Weg vor ihren Füßen gerichtet, während ihre Gedanken abschweifen.
Die Frühlingsluft ist mild und hüllt sie in eine angenehme Wärme. Sie liebt diese Jahreszeit – wenn das Leben zurückkehrt, die Bäume austreiben und die Stadt nach einem langen Winter neu erwacht.
Mit jedem Schritt nähert sie sich dem kleinen irischen Pub, in dem sie arbeitet. Das gedämpfte Gemurmel und leise Musik dringen bereits durch die Tür.
Als sie die schwere Holztür aufstößt, schlägt ihr sofort die vertraute Wärme entgegen: der Geruch von Holz, dunklem Bier und einem Hauch von Gewürzen, getragen vom Klingen der Gläser. Doch worauf sie sich am meisten freut, ist nicht das gemütliche Ambiente – es ist Malu.
Die beiden kennen sich seit der Grundschule und sind seitdem unzertrennlich. Sie brauchen keine Worte; ein einziger Blick genügt, um zu wissen, was in der anderen vorgeht. Malu ist ihr ruhender Pol – ruhig, bedacht, mit einer sanften Gelassenheit, die Ryan immer wieder erdet. Und das ist auch nötig, denn Ryan ist das genaue Gegenteil: laut, direkt, voller Energie. Sie lässt sich nichts gefallen, und wenn ihr etwas nicht passt, sagt sie es – oft schneller, als ihr Chef und guter Freund Sascha es gutheißen würde.
»Du solltest dir besser einmal mehr auf die Zunge beißen«, ermahnt er sie regelmäßig mit hochgezogener Braue. »Sonst setzt du dich irgendwann gehörig in die Nesseln.«
Ryan muss schmunzeln. Einen Teufel wird sie tun.
Sie hebt die Hand zum Gruß. »Hey, ihr zwei!«
Malu strahlt sie an und winkt, während sie mit der anderen Hand routiniert ein Tablett balanciert. Sascha hingegen nickt ihr nur knapp zu und konzentriert sich weiter auf das Bier, das er gerade zapft. Typisch. Er ist kein Mann für große Gesten, aber Ryan weiß, dass dieses Nicken in seiner Sprache einem herzlichen »Schön, dass du da bist« entspricht.
Hier ist deine lektorierte Fassung. Ich habe unnötige Dopplungen gestrafft (z. B. die Wiederholungen zum Duft und Raumgefühl, da wir diese Details bereits in der ersten Szene hatten) und Davids Teasing sowie Ryans Attitüde etwas pointierter herausgearbeitet.
Ohne Umschweife verschwindet sie in den hinteren Räumen. Sie öffnet ihren Garderobenschrank, hängt die Handtasche an den Haken und wirft die Jacke darüber. Beim Schließen fällt ihr Blick in den Spiegel.
Ihr langes, auberginefarbenes Haar schimmert im warmen Licht. Sie streicht eine lose Strähne zurück und prüft das Make-up: Das Augen-Make-up sitzt makellos, die vollen Lippen glänzen dezent. Auch das schwarze, eng anliegende T-Shirt und die gut sitzende Jeans passen. Alles in Ordnung.
Zufrieden kehrt sie in den vorderen Bereich zurück – gerade rechtzeitig, um von David überschwänglich abgefangen zu werden.
»Ryan, meine Liebe!«, ruft er dramatisch, packt sie an den Schultern und drückt ihr zwei Küsse auf die Wangen. Er lehnt sich leicht zurück, mustert sie mit gespieltem Entsetzen und zieht die Augenbrauen hoch. »Sag mal, hast du heute Morgen deinen Kleiderschrank verfehlt?«
Ryan hebt eine Braue und sieht ihn mit gespielter Skepsis an. David lässt sich davon nicht beeindrucken, reckt das Kinn und blickt mit übertriebener Arroganz auf sie herab. »Meine liebe Ryan, sage jetzt nichts Falsches. Ich sehe immer fantastisch aus.«
Ryan schmunzelt, tätschelt seine Wange und deutet einen Kuss an. »Nein, nein. Dein Outfit ist schlicht keiner Worte wert.« Sie dreht sich ab, ohne ihm eine weitere Sekunde zu schenken.
David sieht ihr nach, stemmt die Hände in die Hüften und stößt ein empörtes »Tzzz« aus, bevor er beleidigt davonmarschiert. Ryan tauscht einen Blick mit Malu. Beide wissen, dass David niemals lange grollt – und nachtragend ist er schon gar nicht.
Als Ryan bei Malu ankommt, umarmen sich die beiden kurz. »Nicht viel los heute«, stellt Ryan fest und lässt den Blick durch den Raum schweifen.
Sascha zuckt hinter der Theke nur mit den Schultern. »Die Leute genießen die Sonne. Wir sollten die Tische wieder rausstellen.«
Die Mädels nicken. Bevor Ryan anpackt, fällt ihr Blick noch einmal durch ihren Arbeitsplatz.
Der Pub besticht durch seine dunklen Holzmöbel, tiefgrüne Wände und das warme Licht kupferner Lampen. Alte Whiskey-Werbeschildern und gerahmte Zeitungsberichte verleihen dem Raum eine nostalgische Note. Eine massive Holztheke dominiert das Zentrum, dahinter glänzen edle Tropfen in den Regalen, während in der Ecke ein Kamin aus dunkelrotem Backstein prangt.
In der Luft liegt der vertraute Duft von irischem Eintopf, der drüben in der kleinen Küche schmort. Es ist das einzige warme Gericht auf der Karte – ein streng gehütetes Familienrezept der Köchin Tasja. Nicht einmal Sascha kennt die geheimen Zutaten. Neben dem legendären Lamm-Eintopf bietet die Karte nur krosse, mit Käse überbackene Baguettes und rustikale Brote, verfeinert mit Tasjas Spezialgewürz. Mehr braucht es nicht: Manche Gäste kommen wegen einer einfachen Käseschnitte und bleiben bis zum letzten Schluck Whiskey.
Sascha hat den Laden vor zehn Jahren gekauft – damals ohne großen Masterplan, aber mit dem Wunsch, ein Stück Heimat zu schaffen.
Er kommt von der irischen Westküste – aus einem kleinen Ort, an dem der Wind nach Salz riecht und die Wiesen selbst an grauen Tagen in sattem Grün leuchten. Manchmal vermisst er es. Die Landschaft, aber vor allem seine Familie. Seine Eltern führen dort ein Gasthaus mit Fremdenzimmern; Kochen, Bewirten, der Betrieb hinter der Theke – all das hat er von klein auf gelernt. Dieses Wissen nahm er mit, als er beschloss, in Deutschland seinen eigenen Pub zu eröffnen.
Damals kam er nicht aus Unternehmergeist hierher, sondern aus Liebe. Wegen Kim.
Er hatte sie in Irland kennengelernt, während sie sich eine Auszeit vom Studium gönnte. Es war eine dieser Geschichten, die fast zu kitschig klingen, um wahr zu sein: ein zufälliges Treffen in einem alten Pub, Gespräche bis tief in die Nacht und eine Liebe, für die er schließlich sein Leben umkrempelte.
Als Kims Auszeit endete, folgte er ihr nach Deutschland.
Bei der Übernahme stand er vor einem leeren Raum mit dunklen Holzbalken und einer Theke, die beste Zeiten hinter sich hatte. Er wusste nicht, wohin die Reise führen würde, nur, dass es sein eigener Ort werden sollte. Er nannte ihn schlicht September – nach dem Monat, in dem er Kim kennengelernt hatte.
Sascha erinnert sich noch genau an das erste Treffen mit David auf dem Stadtfest vor knapp sechs Jahren. Rückblickend eine Geschichte, über die sie heute beide lachen können.
David hatte sich damals Hals über Kopf in ihn verliebt. Vielleicht lag es an Saschas irischem Akzent, seinem rauen Charme oder der souveränen Art, mit der er hinter der Theke stand. David nahm seinen ganzen Mut zusammen, legte sich mächtig ins Zeug, schäkerte und flirtete. Sascha fand ihn auf Anhieb sympathisch, deutete die Offensiven aber schlicht als irisch-lockere Freundlichkeit.
Es dauerte eine Weile, bis der Groschen fiel.
Sie trafen sich ein paar Mal auf einen Kaffee oder ein Feierabendbier. Sascha dachte sich nichts dabei; David hingegen schöpfte mit jedem Treffen mehr Hoffnung. Bis zu jenem Abend.
David sah ihn mit diesem gewissen Funkeln in den Augen an, lehnte sich langsam vor – und wollte ihn küssen.
Sascha wich erschrocken zurück. »Ähm … David?«
David hielt inne, die Verwirrung im Gesicht geschrieben.
»Ich … also, das ist jetzt etwas unangenehm«, begann Sascha vorsichtig. »Aber ich habe eine Freundin.«
Stille.
David riss die Augen auf. »WAS?!«
Sascha nickte entschuldigend.
David rieb sich über das Gesicht, als wollte er die letzten Wochen aus seinem Gedächtnis löschen. »Du meinst … die ganze Zeit …«
»Ja.«
»Und du hast nicht gemerkt, dass ich dich anflirte?!«
Sascha zuckte die Achseln. »Ich dachte, du bist einfach nett.«
David stöhnte auf und ließ sich theatralisch in den Stuhl fallen. »Oh mein Gott. Ich wollte dich gerade küssen! Ich hätte mich komplett blamiert!«
»Ja, hättest du«, sagte Sascha grinsend.
David schielte ihn an, ehe er lachend den Kopf schüttelte. »Du bist so ein Idiot.«
Seit diesem Abend ist David zwar nie wieder auf Flirtkurs gegangen, aber ihre Freundschaft wurde nur noch enger. Und jedes Mal, wenn er die Geschichte erzählt, legt er dramatisch eine Hand aufs Herz: »Der Mann hat mir fast das Herz gebrochen!«
Malu lernten sie durch Zufall auf einem Geburtstag kennen. Sie war damals zwanzig, steckte mitten in der Ausbildung zur Hotelfachfrau und begeisterte mit ihren dunklen Locken und ihrer wachen Art auf Anhieb. Obwohl Sascha vierzehn Jahre älter war und David vier, stimmte die Chemie sofort.
Als Sascha von seinen Plänen erzählte, den Pub in einen echten irischen Laden zu verwandeln, spann Malu die Idee mit ihm weiter. Aus langen Gesprächen bei Kaffee und Bier entstand ein fertiges Konzept – und für Sascha stand fest: Wenn er den Laden aufzieht, dann nur mit ihr.
Als die Neueröffnung näher rückte, brachte Malu schließlich Ryan ins Spiel. Sie schuftete damals in einem Club, fühlte sich dort aber längst nicht mehr wohl.
»Sie ist gelernte Bürokauffrau mit Schwerpunkt Buchhaltung«, erklärte Malu den beiden. »Aber vor allem ist sie selbstbewusst, schlagfertig und nicht auf den Mund gefallen. Sie passt perfekt zu uns.«
David grinste. »Schlagfertig klingt gut. Ich liebe Leute, die mir Paroli bieten können.«
Ein Treffen reichte aus. Ryan überzeugte sie nicht nur optisch – groß, mit langem auberginefarbenem Haar und wachen, hellblauen Augen –, sondern vor allem mit ihrer direkten, charmanten Art. Sie nahm kein Blatt vor den Mund und wusste genau, was sie wollte.
Heute sind sie zu viert ein unschlagbares Gespann. Das September ist für Sascha, Malu, Ryan und David längst mehr als nur ein Arbeitsplatz – es ist ihr gemeinsames Zuhause.
Sie lieben diesen Ort, als hätten sie ihn gemeinsam aus dem Boden gestampft. Nach Feierabend sitzen sie oft noch lange zusammen, trinken Bier und schmieden Pläne: vergrößern, anbauen, vielleicht irgendwann einen zweiten Laden aufmachen. In solchen Momenten bilden sie sich ein, sie seien bereits das angesagteste Lokal der Stadt – ach was, des ganzen Umkreises.
Bis Tasja auftaucht.
Die Köchin bremst ihre Höhenflüge jedes Mal mit gewohnter Pragmatik. Mit verschränkten Armen lehnt sie am Türrahmen, schüttelt amüsiert den Kopf und hebt eine Braue.
»Wer hoch fliegt, fällt tief.«
Das sagt sie immer, ehe sie leise lachend wieder in der Küche verschwindet. Doch alle wissen: Sollten sie jemals fallen, wäre Tasja die Erste, die sie auffängt.
Ryan bindet sich geübt ihre Kellnergeldbörse um, wirft einen prüfenden Blick durch den Raum und steuert einen Tisch im hinteren Bereich an, an dem sich drei neue Gäste niedergelassen haben. Noch im Gehen knipst sie ihr perfektioniertes Lächeln an – offen, professionell, herzlich.
»Guten Abend zusammen. Ich bin Ryan. Was darf’s für euch sein?«
Der Mann überfliegt kurz die Karte und antwortet für die Gruppe: »Drei Bier, bitte.«
»Kommen sofort.«
Sie kehrt zurück an die Theke, wo Sascha gerade ein Gespräch beendet. »Drei Bier für den hinteren Tisch«, sagt sie und lehnt sich an den Tresen.
Sascha nickt und setzt geübt die Gläser an. Während das Bier schäumt, sieht er sie beiläufig an. »Übrigens, drüben waren heute ziemlich viele Leute unterwegs.«
Ryan hebt eine Braue. »Gegenüber? Im alten Leerstand?«
»Jap. Scheint, als hätten sich ein paar Interessenten das Gebäude angesehen.«
Ryan blickt kurz durchs Fenster auf die verwitterte Fassade auf der anderen Straßenseite. Jetzt ist dort alles ruhig. »Vielleicht wird’s ja endlich verkauft.«
Sascha stellt die vollen Gläser vor ihr ab. »Vielleicht.«
Ryan nimmt das Tablett auf und macht sich wieder auf den Weg.
David hat natürlich alles mitbekommen. Mit übertriebener Geste hebt er die Hand wie ein gehorsamer Schüler. »Darf ich?«, fragt er theatralisch.
Sascha schenkt ihm einen amüsierten Blick, antwortet aber nicht. David nimmt das als Freifahrtschein.
»Da drüben soll ein Rock-Café rein«, verkündet er mit verschwörerischer Stimme. »Hab ich aber nur gehört! Nicht, dass es nachher wieder heißt: Der David hat’s gesagt!«
Sascha zieht langsam die Stirn in Falten. »Ein Rock-Café? Also Konkurrenz. Direkt vor unserer Nase.«
Malu gesellt sich zu ihnen. »Okay, worum geht’s?«
»Ich weiß von nichts!«, wiegelt David sofort mit unschuldigem Blick ab.
Malu verdreht die Augen. »Aha. Sobald du so anfängst, ist definitv was im Busch.«
»David meint, gegenüber zieht ein Rock-Café ein«, erklärt Sascha und verschränkt die Arme.
Malu stutzt. »Dass verkauft wird, habe ich auch gehört. Aber ich dachte, da kommt ein Hotel rein?«
Ehe Sascha nachfragen kann, kommt Ryan mit dem leeren Tablett zurück. »Was gibt’s?«
»Wir spekulieren über die Nachbarn«, antwortet Malu. »David tippt auf Rock-Café, ich auf ein Hotel.«
Ryan blinzelt überrascht, ehe sie nachdenklich mit den Schultern zuckt. »Ein Hotel wäre doch genial. Mehr Touristen bedeutet mehr Gäste für uns.«
Für einen Moment schweigen die vier und lassen den Gedanken wirken.
Ryan seufzt und fährt sich durchs Haar. »Ein Hotel würde uns guttun. Mehr Touristen, mehr Laufkundschaft. Aber wild herumzuspekulieren bringt ohnehin nichts.«
Sascha presst die Lippen aufeinander, sagt aber nichts. Die anderen wissen genau, was in ihm vorgeht.
Ryan lässt den Blick durch den Gastraum schweifen. Eins, zwei, drei … insgesamt sieben Gäste. Nicht gerade berauschend. Ein kurzer Blick auf die Uhr bestätigt ihren Verdacht: Viel mehr werden es heute nicht. Nicht an einem Wochentag.
Sascha nickt langsam. »Stimmt. Wir warten ab, was wirklich passiert.«
David hingegen springt vom Barhocker hoch, als brenne die Hütte. »Soll das heißen, wir können uns bald einen neuen Job suchen?!« Panisch blickt er von Sascha zu Malu und Ryan.
Ryan verdreht die Augen. »Gott, David, mach mal halblang.«
Sie soll recht behalten. Der Abend bleibt ruhig. Gegen Mitternacht beschließen sie, früher abzuschließen – es bringt nichts, für einen leeren Raum den Strom zu verbrauchen.
Sie machen sich ans Aufräumen. Ryan sammelt Gläser von den Tischen, Malu wischt die Flächen ab, während Sascha am Spülbecken steht und David die Gläser abtrocknet.
Um die Stille zu vertreiben, kramt Sascha eine Geschichte aus seiner Jugend an der irischen Westküste heraus.
»Ich war vielleicht sechzehn«, beginnt er und taucht ein Glas ins Spülwasser. »Mein Vater schickt mich los, um ein neues Fass für die Kneipe zu holen. Ich also hochmotiviert losgezogen, mit diesem klapprigen alten Transporter.«
David lehnt sich an die Theke und grinst. »Ich ahne Schlimmes.«
»Zu Recht. Ich lade das Fass ein, alles easy, fahre zurück – und mitten im Ort höre ich plötzlich ein brutales Klong! Ich schaue in den Rückspiegel und sehe nur noch, wie das Fass die Straße runterrollt.«
Ryan hält in der Bewegung inne. »Nein!«
»Doch!«, lacht Sascha. »Mitten durchs Dorf. Ich völlig panisch, springe aus dem Wagen und renne hinterher. Und was macht das verdammte Ding? Nimmt die Kurve und kracht direkt in Mrs. O’Reillys Vorgartenmauer.«
Malu prustet los. »Oh mein Gott! Die arme Mrs. O’Reilly!«
»Sag das lieber mir! Die Frau war achtzig und hat mich zusammengestaucht, als wäre ich zwölf. Ich habe mich noch nie im Leben so geschämt.«
David wischt sich eine Träne aus dem Augenwinkel. »Und das Fass?«
»Überlebt. Aber ich durfte den halben Nachmittag den Garten reparieren.«
Lachend stellen sie die letzten Stühle hoch und polieren das letzte Glas. Es sind genau diese Abende nach Schließung, die den Pub für sie zu weit mehr machen als nur einen Arbeitsplatz. Es ist ihr Zuhause.