Kapitel 11 - Was auch immer das ist


Während Metal Earth trotz der Spannungen innerhalb der Band auf der Bühne wie gewohnt abliefert, läuft es auch im September endlich wieder rund. Doch Ryan hat längst etwas anderes im Kopf: Arvid. Zum ersten Mal wagt sie selbst einen kleinen Schritt auf ihn zu. Und als Arvid erfährt, dass ihm unerwartet freie Tage bevorstehen, fällt eine Entscheidung, die aus ihren zufälligen Begegnungen vielleicht endlich etwas mehr machen könnte.


Die Stimmung im Backstagebereich der Stadthalle ist frostig.

Jeder geht stumm seiner Routine nach, bereitet sich auf die Show vor, doch die Anspannung liegt wie eine Zentnerlast im Raum. Keiner spricht ein Wort zu viel.

Finjan steht mit verschränkten Armen in der Ecke. Damian stimmt stoisch seinen Bass, Constantin trommelt nervös mit den Fingern auf dem Oberschenkel, und Jaron lässt mechanisch die Drumsticks durch die Finger gleiten.

Arvid sitzt abgekapselt auf einer Holzbank, die Ellbogen auf die Knie gestützt, und starrt ins Leere.

Niemand erwähnt den Schlag vom Morgen. Doch jeder spürt das Brodeln unter der Oberfläche.

Dann endlich hallt das gewaltige Dröhnen des Intros durch die Katakomben der Halle.

Die Menge draußen tobt. Das Licht im Backstagebereich flackert kurz auf – der Startschuss.

Metal Earth wird angekündigt.

Wie gewohnt betreten die Musiker in eingespielter Reihenfolge die Bühne.

Jaron zuerst. Er nimmt seinen Platz am Schlagzeug ein, hebt die Arme und zählt den Takt mit den Sticks an. Dann folgt Damian, schlingt den Gurt seines Basses um und nickt der schreienden Menge knapp zu. Constantin tritt ins Scheinwerferlicht, hebt grinsend seine Gitarre in die Höhe und peitscht die Stimmung weiter an. Finjan betritt die Bühne als Letzter vor dem Frontmann, geht zu seinem Mikrofon und wirft einen kurzen Blick zurück in den Schatten.

Hinter der Bühne steht Arvid in der Dunkelheit.

Die Scheinwerfer blenden, der Bass vibriert bereits im Boden, sein Puls jagt nach oben. Sein Körper kennt jeden Schritt auswendig – doch sein Kopf steckt woanders.

Er atmet tief durch.

Er setzt sein gewohnt überhebliches Rockstar-Grinsen auf, blendet die Realität aus und tritt hinaus ins Licht.

Die Welle bricht über ihm zusammen. Tausende Kehlen kreischen seinen Namen.

Er tritt ans Mikrofon, lässt den Blick über die tobende Masse gleiten und reißt die Arme hoch.

»Seid ihr verdammt noch mal bereit?!«

Die Antwort ist ein einziges, ohrenbetäubendes Brüllen.

Arvid schließt für einen Sekundenbruchteil die Augen. Jetzt gibt es nur noch das Scheinwerferlicht. Nur noch den Sound.

Die Backgroundsängerinnen beziehen leise ihre Positionen im Schatten – gewohnt unauffällig, aber verlässlich. Die gebündelte Aufmerksamkeit von Tausenden Menschen liegt einzig auf der Band. Auf Arvid, der mit gewohnt souveränem Grinsen am Bühnenrand steht.

Dann bricht der erste hämmernde Gitarrenriff los. Die Drums donnern wie ein Keulenschlag durch die Halle. Stroboskopblitze schneiden durch den aufsteigenden Nebel, und die Energie im Raum explodiert auf einen Schlag.

Arvid reißt das Mikro aus der Halterung und schleudert den ersten rohen, markerschütternden Schrei in die Menge.

Die Halle kocht.

Bässe erschüttern das Fundament, die Gitarren sägen durch die Luft, und Arvid bewegt sich mit raubtierhafter Eleganz über die Bretter. Er beugt sich tief über die Absperrung, singt mit knurrender, rauer Stimme direkt in das Meer aus Händen. Immer wieder fixiert er einzelne Fans, zieht sie mit seinem Blick in den Bann, als existiere jede Zeile nur für diesen einen Menschen.

Mit einem spöttischen Grinsen pfeffert er seine Sonnenbrille mitten in die kreischende Menge und steigt auf das Podest am Bühnenrand.

Constantin wirbelt an ihm vorbei, die Gitarre tief auf den Hüften, während Damian mit geschlossenen Augen im Wummern seines Basses aufgeht. Jaron drescht mit brutaler Präzision auf die Felle ein und peitscht das Tempo unbarmherzig nach vorn. Finjan steht breitbeinig an seinem Mikro, die Finger fliegen über die Saiten – hochkonzentriert, geladen mit purer Elektrizität.

Das Publikum schreit sich die Seele aus dem Leib, springt, bebt. Von der eisigen Stimmung hinter den Kulissen, den geprellten Knöcheln und den stummen Vorwürfen ahnt niemand auch nur das Geringste.

Hier oben zählt nur eine einzige Wahrheit: Die Show.

Und Metal Earth liefert ab. Wie verdammt noch mal immer.

 

Das September ist bis auf den letzten Platz gefüllt.

Lachen und Stimmengewirr mischen sich mit den irischen Folk-Klängen aus den Lautsprechern. Gläser klirren, und die Atmosphäre ist genau so, wie Sascha es sich immer erträumt hat: lebendig, warm und voller Energie.

Ryan, Malu und David haben alle Hände voll zu tun. Die Bestellungen prasseln im Sekundentakt herein. David saust mit einem beladenen Tablett durch die Reihen, Malu pendelt unermüdlich zwischen Tresen und Gastraum, und Ryan nimmt im Vorbeigehen Bestellungen auf, während sie Stammgästen ein Herzliches Willkommen entgegenlacht.

Es fühlt sich an wie in den besten Tagen. Die Schicht vergeht wie im Flug. Gläser füllen sich, Teller wandern an die Tische, kurze Anekdoten werden ausgetauscht.

So vergeht Stunde um Stunde, bis schließlich gegen drei Uhr morgens die letzten Gäste glücklich in die Nacht entlassen werden.

Ryan dreht den Schlüssel im Schloss um und stützt sich für einen Moment an der Tür ab.

Malu lässt sich mit einem lauten Ächzen auf den nächsten Barhocker fallen. »Alter Schwede … was für ein Ritt.«

David streckt die Arme weit nach oben; seine Wirbelsäule knackt hörbar. »Wenn das jetzt jeden Abend so läuft, schwöre ich euch, brauchen wir dringend Verstärkung. Ich bin durch.«

Ryan sammelt schmunzelnd die letzten leeren Gläser ein und sieht in die müden, aber glücklichen Gesichter ihrer Freunde. »Aber es hat sich verdammt noch mal gelohnt.«

Sascha lehnt sich an den Tresen und lässt den Blick durch den leeren Schankraum wandern, als wolle er das Bild des vollen Ladens für schlechtere Zeiten konservieren.

»Wenn es doch bloß immer so liefe«, murmelt er mit einem feinen Lächeln.

Malu nickt müde. »Dann wären all unsere Sorgen vom Tisch.«

David hebt mahnend den Zeigefinger. »Und ich hätte endlich einen persönlichen Assistenten, der mir die Tabletts hinterherträgt.«

»Träum weiter, David«, lacht Ryan.

Gegen die Müdigkeit ankämpfend machen sie sich gemeinsam ans Aufräumen: Tische abwischen, Gläser spülen, Stühle hochstellen. Die Knochen schmerzen, doch die Erleichterung über den gelungenen Abend wiegt schwerer. So darf es weitergehen.

Die Stadt liegt bereits in tiefem Schlummer, als sie den Pub schließlich hinter sich abschließen. Ryan dreht den Schlüssel zweimal im Zylinder um, rüttelt kurz an der Klinke und lässt den Bund in der Tasche verschwinden.

»Gute Nacht, Jungs!«, verabschiedet sie sich von Sascha und David.

»Nacht, Ryan!«, ruft David zurück und gähnt herzhaft. »Und träum schön von deinem mysteriösen Telefon-Boy!«

Ryan verdreht schmunzelnd die Augen. Sascha hebt nur amüsiert die Hand, ehe er in der dunklen Gasse verschwindet.

Malu schließt zu Ryan auf, und gemeinsam schlagen sie den Weg durch die Altstadt ein. Der kühle Nachtwind streicht durch die Straßen, während das Klacken ihrer Sohlen auf dem feuchten Kopfsteinpflaster hallt.

Es dauert nicht lange, bis Malu die Stille bricht. »Also …«, beginnt sie scheinheilig mit vielsagendem Blick.

Ryan ahnt sofort, was kommt. »Was?«, stellt sie sich dumm.

»Na, dein Telefonat heute Nachmittag.«

Ryan muss unwillkürlich lächeln, als das Bild von Arvid vor ihrem inneren Auge auftaucht. Sie zuckt die Schultern. »Da ist nichts.«

Doch Malu kennt sie zu gut. Sie hört das feine Zögern in Ryans Stimme und sieht das verräterische Zucken ihrer Mundwinkel.

»Dich hat’s aber schon ordentlich erwischt, oder?«, bohrt sie nach.

Ryan lacht leise und schüttelt den Kopf – vielleicht ein Stück zu vehement.

Malu grinst breit. »Na, komm schon.«

Ryan atmet durch. »Sagen wir so: Ich bin nicht abgeneigt, ihn näher kennenzulernen.«

Malu hebt eine Braue. »Aha. Und wann seht ihr euch wieder?«

»Keine Ahnung.« Doch bei dem Gedanken an die Nummern, die sie ausgetauscht haben, kribbelt es Ryan bereits in den Fingern. »Ich weiß eigentlich absolut nichts über ihn«, murmelt sie nachdenklich.

Malu sieht sie überrascht an. »Wie meinst du das?«

»Ich weiß nicht, was er arbeitet, wo genau er wohnt oder was er in seiner Freizeit treibt«, seufzt Ryan. »Einfach gar nichts.« Die Erkenntnis trifft sie unvorbereitet.

Malu schnaubt amüsiert. »Na, das kannst du doch ändern.«

Ryan wirft ihr einen skeptischen Blick zu.

»Du hast seine Nummer«, schiebt Malu nach. »Wer sagt eigentlich, dass du nicht den ersten Schritt machen darfst?«

Ryan will gerade eine Ausrede ansetzen, doch Malus warnender Blick lässt das Argument im Keim ersticken. Ryan scheut sich sonst nie, die Initiative zu ergreifen. Warum ausgerechnet jetzt?

An der Kreuzung, an der sich ihre Wege trennen, bleibt Ryan stehen. Ein schiefes Lächeln stiehlt sich auf ihr Gesicht. »Du hast ja recht.«

Malu zieht sie kurz in eine feste Umarmung. »Natürlich habe ich das.«

Nach dem Abschied schlendert Ryan allein durch die stillen Gassen. Malus Worte hallen nach. Warum eigentlich nicht?

Sie fischt das Smartphone aus der Tasche und entsperrt das Display. Nichts. Keine neue Nachricht. Eine leise Enttäuschung keimt auf, die sie rasch niederkämpft.

Einen kurzen Augenblick zögert sie, dann tippt sie einfach los:

Endlich Feierabend. Die Nacht ist ganz schön kühl geworden.

Sie überfliegt die Zeilen noch einmal. Was für ein Blödsinn, denkt sie und verdreht die Augen über sich selbst. Doch ehe der Verstand sie stoppen kann, drückt ihr Daumen auf Senden.

Zu spät. Jetzt heißt es abwarten.

Zuhause angekommen, schließt sie leise die Tür und stützt sich für einen Moment dagegen ab. Sie streift die Schuhe von den brennenden Füßen und atmet tief aus. Der Tag war lang, aber verdammt gut.

Im Bad putzt sie sich die Zähne, während die Gedanken kurz zum September wandern – an die Terrasse, die sie bald in Angriff nehmen müssen, bevor es wieder eine Dauerbaustelle wird.

Wenig später kriecht sie unter die kühle Bettdecke und knipst das Licht aus.

In der Dunkelheit kreisen ihre Gedanken nicht mehr um den Pub, Tische oder Terrassen. Sondern einzig um ihn.

Arvid.

Sein Lächeln, das etwas in ihr anstößt, das sie nicht greifen kann.

Seine leicht überhebliche, aber verdammt charmante Art.

Seine raue, tiefe Stimme.

Ryan dreht sich auf die Seite und starrt ins Dämmerlicht des Schlafzimmers.

Warum geht dieser Kerl mir nicht aus dem Kopf?

Sie zieht die Decke höher und schließt die Augen.

Vielleicht sollte sie einfach aufhören, das Karussell im Kopf weiterzudrehen.

Vielleicht – nur vielleicht – würde er sich morgen ja doch noch melden.

 

Arvids Handywecker schneidet schrill durch die Dunkelheit des Hotelzimmers.

Mit einem genervten Brummen tastet er nach dem Display und wischt den Ton aus. Stille.

Er fährt sich mit beiden Händen über das Gesicht, reibt sich die brennenden, müden Augen und braucht ein paar Sekunden, um überhaupt zu realisieren, wo er sich befindet.

Ein beliebiges Hotelzimmer. Wo auch sonst?

Er rappelt sich mühsam auf, setzt sich auf die Bettkante und starrt auf den Teppichboden. Gestern ist er nach dem Gig ohne Umwege ins Hotel verschwunden. Keine Aftershow-Party, kein blödes Gelaber mit der Band, kein Absacker an der Bar. Er hatte schlichtweg keinen Nerv für irgendjemanden.

Er brauchte Zeit. Für sich.

Der Ausraster von gestern liegt ihm wie Blei im Magen. Er ballt die Hände, starrt auf die leicht geschwollenen, geröteten Knöchel. Das war nicht ich. Und doch war es passiert.

Mit schweren Schritten geht er ins Bad, knipst das grelle Licht an und stützt sich am Waschbecken ab. Sein Spiegelbild wirkt abgekämpft. Er verzieht den Mund, fährt sich durch die verwuschelten Haare und lässt das kalte Wasser laufen. Ein paar Spritzer ins Gesicht, um klarzuwerden.

Ohne nachzudenken reißt er sich das Shirt über den Kopf, lässt es auf die Fliesen fallen und steigt in die Dusche.

Das heiße Wasser prasselt auf seinen Nacken, rinnt über die Schultern und löst langsam die Blockaden in seinen Muskeln. Er lehnt den Kopf an die Wand, schließt die Augen und lässt das Wasser laufen.

Die Gedanken kreisen unaufhaltsam weiter. Um die Band. Um Finjan.

Wie soll er sich je für das entschuldigen, was gestern passiert ist? Finjan ist schließlich sein bester Freund. Der einzige, der ihn seit all den Jahren wirklich kennt, der hinter die Fassade blickt und den Menschen hinter dem Rockstar sieht.

Arvid presst die Lippen krampfhaft zusammen, während der heiße Dampf das Bad vernebelt. Er muss das irgendwie wieder geradebiegen. So schnell wie möglich.

Doch noch bevor er sich tiefer in Schuldgefühlen und düsteren Gedanken verlieren kann, schiebt sich unwillkürlich ein anderes Bild vor sein inneres Auge.

Ryan.

Ihr unbefangenes Lächeln, die strahlend blauen Augen, ihre schlagfertigen Antworten, mit denen sie ihn ohne zu zögern auflaufen lässt.

Ohne es zu wollen, verziehen sich seine Mundwinkel zu einem schiefen Lächeln.

Er fährt sich mit beiden Händen durch das nasse Haar, lehnt den Kopf zurück und schüttelt leicht den Kopf über sich selbst.

Verdammt.

Er sollte sie später definitiv anrufen.

Arvid hat sich gerade angezogen, als es an der Tür klopft. Er verzieht genervt das Gesicht. Dieses energische Hämmern kann nur von einer Person stammen.

Sein Manager.

Ohne Eile geht er zur Tür und zieht sie auf. Wie erwartet steht der Mann vor ihm, die Arme verschränkt, die Stirn in schwere Falten gelegt. Er mustert Arvid von oben bis unten. »Hätte ehrlich gesagt erwartet, dass du noch verkatert im Bett liegst«, sagt er trocken.

Arvid schnaubt, lehnt sich locker gegen den Türrahmen und erwidert den Blick spöttisch.

»Es geschehen wohl doch noch Wunder«, fährt der Manager fort. »War das Bier alle?«

Arvid verdreht die Augen. Dieses blöde Gelaber geht ihm gehörig auf die Nerven. Er verschränkt die Arme und hebt herausfordernd das Kinn. »Was willst du?«

Die Miene seines Managers verfinstert sich. »Dass du dich endlich in den Griff kriegst. Passiert noch einmal so eine Scheiße wie gestern, bist du raus. Hast du das verstanden?«

Arvids Kiefer spannt sich an. Er hält dem Blick stand, ehe er spöttisch die Mundwinkel verzieht. »Und dann? Habt ihr eine Band ohne Sänger?«

Doch sein Manager lässt sich nicht beirren. »Auch du bist ersetzbar, Arvid«, sagt er mit eiskalter Stimme. »Das solltest du dir verdammt noch mal merken. Vielleicht vergeht dir dann endlich deine Arroganz.« Er seufzt kurz und lockert die Haltung. »Ich bin aber nicht nur hier, um dich zusammenzuscheißen. Ihr spielt noch drei Gigs, dann geht die Band für zehn Tage in den Urlaub.«

Arvid blinzelt. »Wie bitte?«

»Du hast richtig gehört. Es ist offensichtlich, dass ihr euch sonst die Köpfe einschlagt. Also gibt es eine Pause, damit sich die Gemüter beruhigen.«

Arvid nickt langsam. Das klingt zum ersten Mal am heutigen Tag nach einer brauchbaren Nachricht.

»Die restlichen Tourdaten wurden nach hinten verschoben. Ihr zieht das durch bis Oktober, dann wird es entspannter.«

Oktober. Das klingt noch verdammt weit weg.

»Bis dahin läuft alles wie geplant. Keine Eskapaden, keine Schlägereien, keine Skandale mehr«, mahnt der Manager mit erhobenem Zeigefinger.

Arvid hört gar nicht mehr richtig zu. All das ist ihm gerade völlig egal – bis auf die zehn freien Tage. Die kann er nutzen. Und vielleicht genau das tun, was ihm seit Stunden nicht mehr aus dem Kopf geht: Ryan wiedersehen.

Als die Tür ins Schloss fällt, fischt er sein Handy aus der Hosentasche und entsperrt das Display. Termine über Termine. Autogrammstunde, Interviews, Soundcheck. Immer dieselbe Tretmühle.

Doch dann bleibt sein Blick an einer frischen Nachricht hängen.

Ryan.

Ein unwillkürliches Lächeln stiehlt sich auf seine Lippen, als er die kurze Zeile liest: Endlich Feierabend. Die Nacht ist kühl geworden.

Unbedeutend für jeden anderen. Aber eine Nachricht von ihr.

Er lehnt sich an die Wand und tippt ohne Zögern zurück:

Lust, nächste Woche was zu unternehmen?

Er drückt auf Senden. Keine Bedenken, kein Taktieren. Was auch immer das zwischen ihnen ist – er will es herausfinden.

Er steckt das Smartphone ein und greift nach seinem Koffer. Die nächste Stadt wartet. Ein weiteres Konzert, ein weiteres anonymes Hotelzimmer.

Doch diesmal fühlt es sich anders an.