Kapitel 16 - Zwei verschiedene Welten
Ein Bodyguard im Schlepptau erinnert Ryan ziemlich schnell daran, dass ein Leben an Arvids Seite alles andere als gewöhnlich wäre. Doch bei einem gemeinsamen Spaziergang rückt der Rockstar immer weiter in den Hintergrund. Zwischen Geschichten über Familie, alte Träume und die Menschen, die ihnen am wichtigsten sind, lernen Ryan und Arvid neue Seiten voneinander kennen – und stellen fest, dass ihre unterschiedlichen Welten vielleicht doch mehr gemeinsam haben, als es zunächst scheint.
Ryan schlingt das Tuch enger um den Hals, während sie gemeinsam mit Arvid das Haus verlässt. Die kühle Frühlingsluft tut gut, und sie freut sich auf den Spaziergang. Doch kaum ist die Haustür ins Schloss gefallen, stockt Arvid.
Ein hochgewachsener, breitschultriger Mann lehnt an einer mattschwarzen Limousine und fixiert sie. Arvid zögert nicht, sondern steuert geradewegs auf ihn zu.
Ryan bleibt verwirrt zurück. Die Worte der beiden verhallen in der Distanz, doch der Fremde schickt ihr einen kurzen, abschätzenden Blick zu, ehe er Arvid knapp zunickt. Arvid fügt noch ein paar Worte hinzu, klopft dem Mann vertraut auf die Schulter und kehrt zu ihr zurück.
»Wer ist das?«, hakt Ryan nach und pendelt mit dem Blick zwischen den beiden Männern.
»Mein Bodyguard.« Arvid legt ganz selbstverständlich einen Arm um ihre Schultern. »Beachte ihn gar nicht weiter.«
Ryan schnaubt ungläubig und schielt erneut zu dem Mann hinüber, der unberührt an der Fahrertür verharrt. »Bodyguard? Willst du damit sagen, der Kerl dackelt uns jetzt auf Schritt und Tritt hinterher?«
Arvid schmunzelt und nickt gelassen. »Ja. Daran gewöhnst du dich ziemlich schnell.« Er beugt sich kurz hinab und drückt ihr einen sanften Kuss auf die Stirn.
Ryan schüttelt kopfschüttelnd den Kopf, ein trockenes Lachen entfährt ihr. »Oh ganz sicher nicht.«
»Glaub mir, in ein paar Tagen nimmst du ihn gar nicht mehr wahr«, grinst er.
Ryan wirft dem Aufpasser einen letzten, durchdringenden Blick zu. »Muss diese Show wirklich sein?«
Arvid seufzt leise. »Ja, leider schon. Das gehört zum Deal. Eine Bedingung meines Managements, die ich eingehen musste, um mir die freien Tage überhaupt freizuschaufeln.«
Ryan atmet tief durch, dann zuckt sie gelassen mit den Schultern. »Na gut«, murmelt sie. »Aber wenn er uns schon auf Schritt und Tritt folgt, sollte ich ihm wenigstens einen ordentlichen Namen verpassen.«
Arvid lacht auf. »Er hat bereits einen Namen.«
»Völlig egal. Für mich heißt er ab sofort Steve.«
»Steve?«
»Ja. Klingt neutral und unaufdringlich.«
Arvid schüttelt schmunzelnd den Kopf und verflechtet seine Finger mit ihren. »Okay, Abgemacht. Dann ist er ab jetzt Steve. Und Steve bleibt auf Sicherheitsabstand. Versprochen.«
Ryan atmet die frische Luft ein und nickt. »Na schön. Dann lass uns los.«
Sie setzen sich gemeinsam in Bewegung, während Arvid ihre Hand sanft drückt. Hinter ihnen folgt »Steve« in gebührender Distanz – unaufgeregt, aber unübersehbar im Hintergrund.
Eng aneinandergeschmiegt schlendern sie durch die beschaulichen Straßen, während der leichte Frühlingswind Ryans Haar sanft um ihr Gesicht weht. Arvid zieht sie ein Stück näher an sich, als wolle er sie vor der Frische schützen – doch im Grunde genießt er schlichtweg das Gefühl ihrer Nähe. Sie unterhalten sich über belanglose Kleinigkeiten, lachen über schräge Anekdoten und saugen den friedlichen Augenblick auf.
Immer wieder kreuzen sich ihre Blicke – intensiv, verlangend und geladen mit einer Vielzahl unausgesprochener Gefühle. Wären die Umstände gewöhnlicher, würde Arvid sie an jeder Ecke an sich ziehen, sie umarmen und ihre Lippen pausenlos mit seinen verschließen. Doch ihm ist schmerzlich bewusst, wie trügerisch die scheinbare Ungestörtheit ist. Paparazzi könnten jederzeit aus dem Hinterhalt auftauchen. Und er ist fest entschlossen, Ryan vor den Schattenseiten seines öffentlichen Lebens zu schützen, bis sie selbst bereit ist, diesen Schritt zu wagen.
»Wie sieht’s eigentlich mit deiner Familie aus?«, fragt Ryan irgendwann, während sie gemeinsam in einen ruhigeren Teil der Stadt einbiegen.
Arvid überlegt kurz, sein Blick wandert nachdenklich über die alten Häuserfassaden. »Meine Mutter und ich haben ein verdammt gutes Verhältnis. Sie war immer meine größte Unterstützerin. Ohne sie wäre ich vermutlich niemals Musiker geworden.«
»Das ist wirklich schön«, sagt Ryan mit ehrlicher Bewunderung.
»Und bei dir?«, fragt er und schaut sie von der Seite an.
Ryan zuckt leicht mit den Schultern. »Meine Mutter ist großartig. Sie hat mich allein großgezogen, und wir stehen uns unglaublich nah. Mein Vater …« Sie hält kurz inne und schüttelt dann den Kopf. »Den kenne ich gar nicht.«
Arvid mustert sie aufmerksam. »Gar nicht?«
»Nein.« Ihre Stimme klingt zwar gefasst, doch er spürt sofort, dass hinter diesem neutralen Ton eine verletzliche Geschichte liegt.
»Tut mir leid«, sagt er leise.
Ryan lächelt schwach und winkt ab. »Muss es nicht. Ich bin auch ohne ihn verdammt gut durchs Leben gekommen.«
Arvid drückt ihre Hand ein wenig fester. Für einen Moment breitet sich eine wohltuende Stille zwischen ihnen aus – ein verständnisvolles Schweigen, das keine großen Erklärungen braucht.
Ryan sieht ihn von der Seite an, ihr Blick neugierig und spürbar weicher als sonst. Arvid entgeht das natürlich nicht. Er schmunzelt.
»Was?«, fragt er und hebt eine Braue.
Ryan grinst. »Ich versuche mir dich gerade als kleinen Jungen vorzustellen.«
Arvid lacht leise auf. »Ich war ein absolut braver Junge, musst du wissen.«
»Wer’s glaubt …«, schnaubt Ryan amüsiert.
»Nein, im Ernst.« Arvids Tonfall wird ein Stück ruhiger, fast nachdenklich. »Ich war wirklich pflegeleicht. Ich habe sehr früh verstanden, dass es meiner Mutter finanziell nie besonders gut ging. Ich habe schnell gelernt, mit wenig auszukommen, hatte keine großen Ansprüche und wollte sie einfach nicht noch zusätzlich belasten. Sie hatte ohnehin schon mehr als genug Sorgen.«
Ryan sieht ihn einen Augenblick lang schweigend an. Vor ihrem inneren Auge entsteht das Bild eines kleinen Jungen, der sich selbst zurücknahm, um seiner Mutter nicht zur Last zu fallen. Sie spürt intuitiv, dass er dieses Kapitel nur selten mit jemandem teilt – und genau das macht ihn für sie schlagartig noch echter, noch greifbarer.
»Das klingt, als hättest du verdammt früh Verantwortung tragen müssen«, meint sie schließlich leise.
Arvid zuckt gelassen die Schultern. »Irgendwie schon. Aber es war völlig okay. Ich wusste einfach, dass ich eines Tages etwas aus mir machen würde. Für sie – und für mich.«
Ryan lächelt berührt und drückt sanft seine Hand. »Und das hast du definitiv geschafft.«
Arvid erwidert den Blick, und in diesem Augenblick hat er das seltene Gefühl, von ihr tiefer gesehen zu werden als von den meisten Menschen in seinem Leben.
Arvid betrachtet sie neugierig, während sie weiter durch die ruhigen Straßen schlendern.
»Und wie bist du eigentlich im September gelandet?«, fragt er schließlich.
Ryan lacht leise und schüttelt den Kopf. »Das ist ehrlich gesagt eine ziemlich unspektakuläre Geschichte.«
»Ich habe Zeit.« Arvid grinst und zieht sie am Arm ein Stück näher an sich.
Ryan atmet durch und überlegt kurz. »Also gut. Ursprünglich bin ich gelernte Bürokauffrau mit Spezialisierung auf Buchführung. Ich habe in einer kleinen Immobilienverwaltung gearbeitet. Klingt trocken? War es auch. Absolut tödlich.«
Arvid lacht auf. »Und warum hast du den Job an den Nagel gehängt?«
Ryan verzieht den Mund. »Weil ich irgendwann gemerkt habe, dass mich das Ganze krankmacht. Jeden Tag von acht bis fünf in einem starren Büro zu sitzen, Rechnungen zu prüfen, Mails abzuarbeiten … Ich bin schlicht wahnsinnig geworden. Also habe ich den Notstecker gezogen.«
»Und bist auf die glorreiche Idee gekommen, in den Gastronomie-Zirkus einzusteigen?«, hebt Arvid amüsiert eine Braue.
Ryan grinst. »Nicht direkt. Ich wollte einfach irgendwas, das mir Zeit gibt, mich neu zu orientieren. Erst habe ich in einem Club bedient. War auch nicht das Gelbe vom Ei. Aber dann erzählte mir Malu, dass das September dringend jemanden für die Buchführung sucht – und so habe ich Sascha kennengelernt.«
»Sascha?«
»Der Besitzer vom Pub.«
»Aha. Und wie hat er dich geködert?«
Ryan lacht herzhaft. »Gar nicht! Ich war abends mit Malu dort unterwegs. Irischer Pub, ehrliche Atmosphäre, tolle Leute. Ich habe Sascha einfach direkt angeboten, seine Zahlen zu sortieren. Er hat auf der Stelle Ja gesagt. Tja … und dann bin ich hängengeblieben.«
Arvid sieht sie mit einem schiefen Lächeln von der Seite an. »Also hat es dich am Ende doch glücklich gemacht?«
Ryan nickt nachdenklich. »Ja. Es ist zwar nicht der Weg, den ich mir mit Anfang zwanzig ausgemalt habe, aber es fühlt sich verdammt richtig an. Die Truppe, das Team, die Stammgäste – das ist eine kleine Familie geworden. Und das ist mir tausendmal wichtiger als irgendeine sture Bürokarriere.«
Arvid bleibt stehen und zieht sie an beiden Händen sanft zu sich herum. »Ich mag die Art, wie du denkst.«
Ryan schmunzelt und blickt zu ihm auf. »Ich auch … meistens jedenfalls.«
Arvid lacht und drückt einen Kuss auf ihre Stirn. »Und genau das macht dich so besonders.«
Ryan lehnt sich ein wenig an ihn, während sie weitergehen. Die Straßen um sie herum beleben sich allmählich, doch die geschäftige Kulisse zieht nur schemenhaft an ihnen vorbei.
»Also, du hast mir erzählt, wie du im September gelandet bist. Aber was ist mit den Leuten dort? Die scheinen dir verdammt wichtig zu sein.«
Ryan lächelt warm. »Ja, das sind sie wirklich. Sie sind meine zweite Familie.«
»Erzähl mir von ihnen.« Arvid sieht sie mit ehrlichem Interesse an.
»Na gut.« Sie überlegt kurz, wo sie anfangen soll. »Fangen wir mit David an. David ist …« Sie lacht bereits, ehe sie weitersprechen kann. »David ist einfach David. Er ist laut, schrill, absolut drüber – eigentlich komplett verrückt –, aber er hat das Herz am genau richtigen Fleck. Ich habe oft das Gefühl, er lebt in seiner ganz eigenen Welt, in der er rund um die Uhr der Hauptdarsteller eines Broadway-Musicals ist. Er singt ständig, dichtet spontan Songs und ist felsenfest davon überzeugt, dass die große Karriere noch auf ihn wartet.«
Arvid lacht amüsiert auf. »Den Typen mag ich jetzt schon.«
»Hab ich mir gedacht«, grinst Ryan. »Er liebt das große Drama. Wenn du ihn erleben würdest, hieltest du ihn glatt für eine geliehene Kunstfigur. Aber er ist unerschütterlich loyal. Wenn man Hilfe braucht, steht er auf der Matte – ohne auch nur eine Sekunde zu zögern.«
Arvid nickt anerkennend. »Klingt nach einem verdammt guten Kerl.«
»Das ist er definitiv.« Ryan lächelt und fährt fort: »Malu ist meine beste Freundin. Wir kennen uns seit der Grundschule. Sie war schon immer der bedachtere Gegenpol zu mir. Diejenige, die erst in Ruhe nachdenkt und dann handelt – im krassen Gegensatz zu mir.«
Arvid schmunzelt von der Seite. »Ach, du bist also eher der impulsive Typ?«
»Nennen wir es spontan und entscheidungsfreudig«, kontert Ryan grinsend. »Malu ist mein fester Anker. Sie ist ehrlich, knallhart direkt und liest in mir wie in einem offenen Buch, ohne dass ich auch nur einen Ton sagen muss. Sie ist für mich schlicht wie eine Schwester.«
Arvid nickt verstehend. »Ich verstehe. Klingt exakt nach der Rolle, die Finjan in meinem Leben hat.«
Ryan blickt ihn neugierig an. »Ja? Über den musst du mir nachher auf jeden Fall noch mehr erzählen.«
»Deal«, zwinkert Arvid ihr zu. »Und wie sieht’s mit Sascha aus?«
»Sascha ist unser Boss, aber er fühlt sich nie wie ein klassischer Chef an. Er ist eher wie ein großer Bruder. Manchmal zwar etwas brummig, aber er meint es immer durch und durch gut. Er hat den Pub gekauft und nach dem Monat benannt, in dem er mit seiner Freundin zusammengekommen ist. Er stammt selbst aus Irland – deshalb ist das September auch so wunderbar authentisch irisch. Sascha ist die Ruhe in Person und hat ein riesiges Herz.«
»Klingt nach jemandem, mit dem man verdammt gut ein paar Bier leeren kann.«
Ryan lacht. »Definitiv. Der hält ordentlich was aus.«
»Und Tasja?«
»Tasja ist unsere Köchin und schlicht die Allerbeste. Sie kann mitunter ziemlich streng sein, aber wenn du mal einen furchtbaren Tag erwischt hast, stellt sie dir unaufgefordert einen Teller dampfendes Essen und eine Tasse Tee hin, ehe du überhaupt kapierst, was passiert. Sie gibt tolle Ratschläge, aber du solltest dich niemals mit ihr anlegen – sie kann echt furchteinflößend werden, wenn sie will.«
»Erinnert mich verdammt an unseren Tourmanager«, gluckst Arvid kopfschüttelnd. »Hört sich nach einer fantastischen Truppe an.«
Ryan nickt warm. »Ja, das ist sie. Und genau das macht es so verdammt schwer, sich irgendwas anderes vorzustellen.«
Arvid blickt sie von der Seite an, während sie weitergehen. »Ich finde es wunderschön, dass du so ein echtes Zuhause gefunden hast.«
Ryan zieht einen Mundwinkel hoch. »So, jetzt bist du aber dran. Erzähl mir von deiner Rasselbande.«
Arvid lacht auf. »Puh, ich warne dich lieber vor – meine Jungs sind mindestens so durchgeknallt wie dein David.« Er hält kurz inne. »Wo fange ich am besten an?«
»Am besten bei deinem persönlichen David«, stichelt Ryan grinsend.
»Ha, also bei Finjan?«, schmunzelt Arvid. »Er ist mein bester Freund und begleitet mich seit Tag eins durch diesen ganzen Zirkus. Ohne ihn wäre ich garantiert schon in der Klapsmühle gelandet. Er ist der Einzige in der Band, der keinen Tropfen Alkohol anrührt, und schafft es trotzdem, sich aufzuführen, als wäre er schwer besoffen. Ausserdem ist er der unangefochtene Schönling bei uns – blond, blaue Augen, nordischer Look. Die Frauen schmelzen reihenweise dahin.«
»Du sagst das mit so einem herrlichen Unterton«, bemerkt Ryan schmunzelnd.
»Es ist einfach verdammt anstrengend, mit ihm unterwegs zu sein! Du kommst keine zwei Meter weit, ohne dass ihn irgendwer anquatscht.«
Ryan lacht leise. »Klingt extrem anstrengend.«
»Ist es auch! Aber weiter im Text: Constantin ist unser Gitarrist. Der Ruhige in der Runde, aber wenn du ihn reizt, kann er knallhart werden. Er hat einen so trockenem Humor, dass du oft fünf Sekunden brauchst, um zu schnallen, dass er dich gerade aufs Korn genommen hat.«
»Den Typen mag ich jetzt schon«, stellt Ryan fest.
»Garantiert! Dann gibt es noch Damian, unseren Bassisten. Der Kerl ist ein wandelndes Chaos und verlegt ständig seine Sachen – Plektren, Schlüssel, sein Handy, manchmal sogar seine Schuhe.«
Ryan blickt ihn ungläubig an. »Wie zur Hölle verlegt man bitte seine Schuhe?«
»Das frage ich mich bis heute jedes Mal! Aber es passiert ständig. Und zu guter Letzt Jaron, unser Drummer. Der hat so viel überschüssige Energie, dass du denkst, er hängt am Dauer-Koffeintropf. Er schläft kaum und liefert verlässlich die verrücktesten Ideen. Wie damals die Sache mit dem Feuerregen …«
»Feuerregen?«, Ryan hebt überrascht eine Augenbraue. »Okay, das musst du jetzt ausführen!«
Arvid atmet tief durch, um das Lachen zu unterdrücken. »Also: Wir hatten einen Gig in einem kleineren Club. Jaron meinte, es wäre genial, wenn beim Finalsong Funken von der Decke regnen. So ein Mini-Pyrotechnikeffekt.«
»Oh je …«, Ryan ahnt nichts Guten.
»Oh ja!«, lacht Arvid. »Wir hatten extra jemanden engagiert. Alles durchgeplant. Dachten wir. Das Problem war nur, dass die Funken nicht auf der Bühne landeten, sondern exakt in den ersten Reihen des Publikums.«
Ryan schlägt sich entsetzt lachend die Hand vor den Mund. »Ihr habt die Fans angezündet?!«
»Fast!«, winkt Arvid grinsend ab. »Keine Sorge, niemand wurde verletzt. Aber du glaubst nicht, wie beweglich eine Menschenmenge plötzlich wird, wenn Funken regnen! Ein Chaos vor dem Herrn. Leute sprangen kreischend zur Seite, einer warf vor Schreck sein Bier durch die Luft – das punktgenau auf Jaron landete, der völlig verwirrt war, weil er dachte, man greife ihn an!«
Ryan krümmt sich vor Lachen. »Oh mein Gott! Und was habt ihr gemacht?«
»Wir haben stur weiterspielt«, grinst Arvid. »The show must go on! Am Ende haben sich alle köstlich amüsiert, weil es so herrlich absurd war. Der Clubbesitzer fand es zwar weniger lustig, aber wir haben die Wogen mit Freibier und einer extralangen Zugabe geglättet.«
Ryan hält sich noch immer den Bauch. »Ich glaube, spätestens in diesem Moment wäre ich euer größter Fan geworden!«
Arvid zwinkert ihr zu. »Tja, vielleicht hättest du damals schon in der ersten Reihe stehen sollen.«
Ryan schüttelt amüsiert den Kopf. »Nach so einer Aktion ganz bestimmt!«