Ash & Jinx - Music
Jinx und Ash - Eine Geschichte in Songs
Jinx und Ash waren einmal dieses Paar, bei dem zwei Katastrophen erstaunlich gut zusammenpassten.
Dann waren sie es plötzlich nicht mehr.
Warum ihre Beziehung zerbrach, können vermutlich nicht einmal die beiden selbst wirklich erklären. Seitdem versuchen sie weiterzumachen – mit neuen Menschen, neuen Nächten und der festen Überzeugung, längst über den anderen hinweg zu sein.
Das funktioniert ungefähr so gut, wie man erwarten würde.
Zwischen Eifersucht, Whiskey, schlechten Entscheidungen, neuen Beziehungen und Erinnerungen, die einfach nicht verschwinden wollen, erzählen Jinx und Ash ihre Geschichte abwechselnd in ihren Songs. Mal frech und provokant, mal wütend, manchmal überraschend ehrlich – auch wenn beide Letzteres selbstverständlich abstreiten würden.
Ob ihre Geschichte wirklich vorbei ist?
Das wissen Jinx und Ash vermutlich selbst noch nicht.
Und genau deshalb geht sie weiter.
Rauschen Zwischen Uns - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Vielleicht ist es nie gestorben.
Wir schliefen mit dem Schweigen im Bett,
zwei geladene Waffen in unseren Köpfen.
Du sagtest „Bleib“ – ich hörte „Geh“,
ich sagte „Schon gut“ – du hörtest „Ich brauche dich nicht“.
Du griffst nach mir, ich wandte mich ab,
und dann hasste ich dich dafür, dass du dasselbe tatest.
Sag mir, wann das Signal abriss,
wann Liebe zu unserem privaten Witz wurde.
Da ist Rauschen zwischen uns,
Lärm dort, wo einmal Wahrheit war.
Ich schwöre, ich liebe dich nicht –
Gott, was für eine wunderschöne Lüge.
Da ist Gift zwischen uns,
Stolz dort, wo die Wunde war.
Jede Nacht sage ich mir selbst:
Ich vermisse dich nicht.
Tu ich nicht.
Du wolltest Antworten, ich gab dir Rauch,
du konntest nicht hören, was ich niemals aussprach.
Zwei perfekte Fremde, Seite an Seite,
die etwas töten, das noch immer lebt.
Vielleicht erstarrte ich, wenn du mir zu nahe kamst,
vielleicht warst du fort, noch bevor du gingst.
Frag mich nicht, wovor ich davonlaufe.
Zwing mich nicht zu sagen, was aus uns geworden ist.
Da ist Rauschen zwischen uns,
Lärm dort, wo einmal Wahrheit war.
Ich schwöre, ich liebe dich nicht –
Gott, was für eine wunderschöne Lüge.
Da ist Gift zwischen uns,
Stolz dort, wo die Wunde war.
Jede Nacht sage ich mir selbst:
Ich vermisse dich nicht.
Tu ich nicht.
Ich will dich nicht.
Ich brauche dich nicht.
Ich träume nicht von dir.
Glaubst du mir?
Ich auch nicht.
Da ist Rauschen zwischen uns,
Blut in der Stille.
Ich schwöre, ich liebe dich nicht –
sag es oft genug, dann wird es wahr.
Da ist nichts zwischen uns ...
Nichts außer all den Dingen,
die ich dir niemals gesagt habe.
Vielleicht ist es nie gestorben.
Wer von uns beide ging? - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Na sieh mal einer an …
Jetzt sind wir also Geschichte.
Komisch.
Ich kann mich nur nicht erinnern,
wer von uns das beschlossen hat.
Dein Glas steht noch auf meinem Tisch,
dein Schatten klebt noch an der Wand.
Ich trag dein Shirt, ganz sicherlich
nur weil ich meins heut nicht mehr fand.
Du sagst, ich hätte dich verlassen,
ich sag, du wärst einfach gegangen.
Irgendwo zwischen Tür und Schweigen
hat wohl das Ende angefangen.
War es mein „Dann geh doch!“?
War es dein „Ist mir egal!“?
War das schon unser letzter Kuss
oder nur ein schlechter Abend mal?
Wie peinlich, Liebling, sieh uns an:
Zwei Herzen, viel zu stolz zum Fragen.
Wir wissen beide, dass es wehtut -
doch keiner kann den Grund noch sagen.
Du denkst, ich hab Schluss gemacht,
ich dachte, du wärst einfach weg.
Was für ein wunderschönes Chaos -
fast perfekt.
Du sagst: „Du wolltest mich nicht mehr.“
Ich sag: „Du kamst doch nicht zurück.“
Und irgendwo dazwischen
liegt unser kleines Stück vom Glück.
Also Prost auf uns zwei Idioten,
auf Liebe, Stolz und Untergang.
Ich lach, als wär's mir scheißegal —
nur leider nicht besonders lang.
Denn wenn heut Nacht mein Lächeln bricht,
dann sag ich morgen: „War doch nichts.“
Du kennst mich doch, mein Süßer —
The Naughty Girl weint nicht.
…zumindest nicht bei Licht.
Ich geh noch aus, ich trag mein Schwarz,
die Stiefel laut, die Lippen frech.
Wenn jemand fragt: „Vermisst du ihn?“
Sag ich: „Vielleicht. Der Sex war nicht schlecht.“
Ha!
Doch irgendwann um kurz nach drei,
wenn selbst die Stadt die Klappe hält,
liegt deine Seite viel zu leer
in meiner ach so tollen Welt.
Dann hasse ich dein leeres Kissen,
weil es verdammt nach gestern riecht.
Und hasse mich ein kleines bisschen,
weil meine große Klappe schweigt.
Wer ging?
Du?
Wer blieb?
Ich?
Wer sagte:
„Das war's“?
…Keiner?
Vielleicht hast du auf meinen Anruf gewartet.
Ich auf deinen.
Du dachtest:
„Wenn sie mich liebt, kommt sie zurück.“
Ich dachte:
„Wenn er mich liebt, kommt er zurück.“
Sehr clever.
Wirklich.
Zwei Genies.
Und ja …
vielleicht vermiss ich dich.
Mach jetzt kein Drama draus.
Vielleicht wach ich manchmal auf
und greif nach dir —
und finde nichts.
Doch bevor du eingebildet wirst:
Ich komm auch ohne dich zurecht.
Ich wollte nur …
lieber mit dir zurechtkommen.
Du denkst, ich hab Schluss gemacht,
ich dachte, du wärst einfach weg.
Wir haben uns aus Stolz verloren -
wie perfekt.
Du wartetest vielleicht auf mich,
während ich auf dich gewartet hab.
Und keiner machte einen Schritt,
bis es uns beide nicht mehr gab.
Also Prost auf uns zwei Idioten,
auf jeden ungesagten Satz.
Auf jedes „Ist mir doch egal“,
obwohl das Herz was anderes sagt.
Und wenn du irgendwann noch fragst,
ob ich dich liebte —
Frechheit.
Natürlich.
Vielleicht tu ich's noch.
Du dachtest, ich ging.
Ich dachte, du gingst.
Und vielleicht …
ging am Ende
keiner von uns.
Wir sind nur beide
nicht geblieben.
Noch eine Lüge bis zum Morgen - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Ich trinke, bis die Schatten Namen tragen,
küsse fremde Münder gegen deinen Geschmack.
Jede Nacht ein anderes Gesicht,
doch im Dunkeln werden alle zu dir.
Whiskey auf der Zunge, Blut im Blick,
ich spiele den König dieses Untergangs.
Sie flüstert: „Bleib.“
Ich lächle nur.
Diesen Fehler mach ich kein zweites Mal.
Ich hab dich begraben,
so tief ich nur konnte.
Warum hör ich dich noch atmen?
Da ist Rauschen in meinem Kopf,
deine Stimme unter meiner Haut.
Ich schwöre, ich liebe dich nicht –
Gott, was für eine wunderschöne Lüge.
Noch ein Glas.
Noch eine Nacht.
Noch jemand, den ich morgen vergesse.
Ich vermisse dich nicht.
Ich vermisse dich nicht.
Parfüm und Rauch in schwarzen Zimmern,
Nägel ziehen Spuren über meine Haut.
Ich nenne sie „Schatz“, vergesse ihren Namen,
und hasse mich, wenn morgens keiner deiner ist.
Vielleicht warst du fort, bevor du gingst.
Vielleicht ging ich, obwohl ich blieb.
Wir waren zwei geladene Waffen –
zu stolz, um zuerst zu verbluten.
Ich will dich nicht.
Ich brauche dich nicht.
Ich träume nicht von dir.
... Glaubst du mir?
Gut.
Ich auch nicht.
Da ist Rauschen in meinem Kopf,
deine Stimme unter meiner Haut.
Ich schwöre, ich liebe dich nicht –
sag es oft genug, dann wird es wahr.
Noch ein Glas.
Noch ein Kuss.
Noch eine Lüge bis zum Morgen.
Da ist nichts mehr zwischen uns ...
Warum fühlt es sich dann
noch immer wie Liebe an?
Vielleicht ist es nie gestorben.
Sie trägt jetzt mein Lächeln - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Oh...
Das ist sie also?
Süß.
Wirklich.
Ich sah euch gestern vor der Bar,
deine Hand dort, wo mal meine war.
Sie lachte über irgendeinen Scheiß,
und du sahst sie an auf diese Art.
Keine Sorge, Baby, alles gut,
ich hab schließlich Stolz genug.
Bin einfach weiter, Kopf nach oben –
und hab euch beide nicht mehr angesehen.
Na ja...
fast nicht.
Sag ihr ruhig, ich wär Geschichte,
sag ihr, du denkst nie an mich.
Du warst schon immer ziemlich gut
in Dingen, die du selbst nicht glaubst.
Hey Baby, fick dich – ganz charmant,
ich komm schon klar, wie allerhand.
Küss sie ruhig, zieh sie an dich,
ist mir scheißegal...
offensichtlich.
Gib ihr alles, was ich wollte,
spiel den Mann, der's plötzlich kann.
Und wenn sie fragt, wer ich gewesen bin:
Sag einfach:
„Niemand.“
Mal sehen, ob du's sagen kannst.
Ist sie leiser? Ist sie leichter?
Nickt sie hübsch, wenn du nichts sagst?
Muss sie deine halben Sätze
nicht erraten jede Nacht?
Vielleicht passt sie besser zu dir.
Scheiße, vielleicht stimmt das sogar.
Vielleicht tut genau der Gedanke
deshalb so verdammt weh.
Vergiss den letzten Satz.
Ich brauch kein Mitleid, keine Rosen,
keinen betrunkenen Anruf um drei.
Doch falls du meinen Namen flüsterst,
hoff ich, sie liegt direkt dabei.
Hey Baby, fick dich – ganz charmant,
ich komm schon klar, wie allerhand.
Küss sie ruhig, zieh sie an dich,
ist mir scheißegal...
offensichtlich.
Gib ihr alles, was ich wollte,
spiel den Mann, der's plötzlich kann.
Und wenn sie fragt, wer ich gewesen bin:
Sag einfach:
„Niemand.“
Na komm.
Sag's.
Ich hoffe, sie macht dich glücklich.
Ehrlich.
Ich hoffe, sie kennt deine Narben,
deine Macken, deinen verdammten Kaffee.
Ich hoffe, sie weiß, wann du lügst,
wenn du sagst: „Mir geht's okay.“
Ich hoffe...
Ach, scheiß drauf.
Ich hoffe, sie klaut dir nachts die Decke.
Hey Baby, fick dich – mit Gefühl,
ich bin nicht kaputt, nur etwas kühl.
Und ja, ich sah, wie du sie küsstest –
hab nur kurz vergessen, wie man atmet.
Doch ich steh noch. Siehst du mich?
Immer noch laut. Immer noch ich.
Also lieb sie ruhig, wenn du kannst...
Aber erzähl mir nicht,
dass das mit uns
gar nichts war.
Und Baby?
Falls sie mein Parfum trägt...
Dann haben wir ein Problem.
Was du gesehen hast - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Ich weiß, du hast uns gesehen.
Ihre Hand an meinem Arm,
mein Lächeln etwas zu vertraut,
als hätte sie dort einen Platz.
Du bist einfach weitergegangen.
Vielleicht war das klüger so.
Ich hätte deinen Namen sagen können.
Hab ich nicht.
Und jetzt kennst du eine Geschichte,
die ich dir nie erzählt hab.
Das Schlimmste daran ist –
ich weiß genau, wie sie aussieht.
Glaub ruhig, sie gehört zu mir,
wenn es leichter ist als die Wahrheit.
Glaub, ich hätte dich ersetzt,
als wär das etwas, das man kann.
Ich werde dich nicht korrigieren.
Was gäbe mir das Recht?
Aber wenn sie wirklich meine wäre –
warum denke ich jetzt an dich?
Sie kennt nicht meine stillen Stellen,
nicht den Blick, den du sofort verstandst.
Sie weiß nicht, warum ich manchmal schweige,
wenn jemand fragt, wo ich nachts noch bin.
Und nein, sie trägt nicht deinen Duft.
Sie spricht nicht einmal wie du.
Seltsam, welche Dinge einem auffallen,
wenn sie einem gleichgültig sein sollten.
Vielleicht hoffte ein Teil von mir,
du würdest dich noch einmal umdrehen.
Vielleicht bin ich froh,
dass du es nicht getan hast.
Glaub ruhig, sie gehört zu mir,
wenn es leichter ist als die Wahrheit.
Glaub, ich hätte dich ersetzt,
als wär das etwas, das man kann.
Ich werde dich nicht korrigieren.
Was gäbe mir das Recht?
Aber wenn sie wirklich meine wäre –
warum denke ich jetzt an dich?
Du würdest lachen,
wenn du mich jetzt hören könntest.
Ich war immer besser darin,
die Wahrheit zu sagen,
wenn niemand mehr da ist,
der sie hören soll.
Und falls du dich fragst ...
Nein.
Lass es.
Glaub ruhig, sie gehört zu mir.
Vielleicht hab ich diesen Irrtum verdient.
Vielleicht ist es besser, wenn du glaubst,
dass hier nichts mehr von dir geblieben ist.
Ich werde dich nicht korrigieren.
Ich werde dich nicht zurückrufen.
Doch heute Nacht
hätte ich gern gewusst,
ob du dich umgedreht hast,
als ich es nicht sehen konnte.
Wann waren wir vorbei? - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Ich hab noch mal nachgedacht.
Ja, passiert mir auch mal.
War es der Abend auf dem Sofa,
als wir beide gar nichts sagten?
Oder einer dieser Morgen,
an denen wir nicht mehr zusammen lachten?
War es dein „Ist schon okay“,
obwohl überhaupt nichts okay war?
Oder mein verdammter Stolz,
der wie immer etwas lauter war?
Ich such den Riss in alten Bildern,
als könnte ich ihn darauf sehen.
Diesen einen kleinen Augenblick,
an dem wir aufgehört haben, uns zu verstehen.
Vielleicht gab es keinen großen Knall,
kein letztes Wort, keinen Verrat.
Vielleicht wurde es nur leiser,
bis uns nichts mehr übrig blieb.
Wann waren wir vorbei?
Sag, hab ich's nur nicht gemerkt?
Wann wurde aus „für immer“
dieses „Hat wohl nicht geklappt“?
Ich könnte sagen: „Fick dich, Baby“,
doch selbst das klingt nicht mehr richtig.
Ich bin nicht mehr wütend auf dich.
Nur manchmal noch
verdammt traurig.
Deine Sachen sind verschwunden,
nur dein Schatten kennt den Weg.
Und nein, ich riech nicht an deinem Shirt –
Das wär erbärmlich.
...hab's längst weggelegt.
Ich könnte dir noch hundert Dinge
vor die schöne Fresse knallen.
Doch was bringt der beste letzte Satz,
wenn keine Antworten mehr fallen?
Vielleicht warst du nicht der Böse.
Scheiße, vielleicht ich auch nicht.
Vielleicht waren wir zwei Idioten,
die Liebe mit Gedankenlesen verwechselten.
Wann waren wir vorbei?
Sag, hab ich's nur nicht gemerkt?
Wann wurde aus „für immer“
dieses „Hat wohl nicht geklappt“?
Ich könnte sagen: „Fick dich, Baby“,
doch selbst das klingt nicht mehr richtig.
Ich bin nicht mehr wütend auf dich.
Nur manchmal noch
verdammt traurig.
Vielleicht muss ich's nicht verstehen.
Vielleicht gibt's keinen Punkt,
den ich finden kann.
Kein Datum.
Keine letzte Nacht.
Keinen Schuldigen.
Nur dich.
Nur mich.
Und irgendwann
kein Uns mehr.
Also waren wir vorbei.
Vielleicht reicht mir das jetzt.
Nicht weil du mir nichts bedeutest,
sondern weil du's immer noch tust.
Und falls ich dich irgendwann sehe,
werd ich lächeln und weitergehen.
Na gut...
Vielleicht seh ich noch einmal zurück.
Ich bin schließlich Jinx,
nicht Jesus.
Mach's gut, Baby.
Diesmal mein ich's so.
Arschloch.
Arschloch.
Die Stadt kennt deinen Namen - Ash
Dark Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Wochen sind vergangen.
Mir geht's gut.
Frag die Frau in meinem Bett.
Ich komm noch immer an der Bar vorbei,
dritter Tisch, ganz hinten links.
Da hast du meinen Drink geklaut
und behauptet, meiner schmeckt besser als deiner.
Verdammt, du warst anstrengend.
Heute sitzt dort irgendwer,
ich kenn nicht mal ihr Gesicht.
Und für drei Sekunden seh ich dich –
Dann eben nicht.
Ich hab nie herausgefunden,
wann aus Feuer Asche fiel.
Vielleicht haben wir zu viel geredet
und uns dabei nie wirklich zugehört.
Diese Stadt kennt deinen Namen,
jede Straße weiß zu viel.
Jede verdammte Ecke zeigt mir,
wo dein Körper neben meinem schlief.
Doch keine Angst, ich komm schon klar.
Ich hab Gesellschaft, wenn ich will.
Andere Lippen schmecken anders –
aber küssen
kann ich immer noch.
Letzte Woche war sie blond,
gestern Nacht hatte sie dein Parfum.
Hab sie trotzdem mitgenommen.
Man muss ja nicht gleich abergläubisch werden.
Sie fragte, warum ich manchmal grinse,
wenn sie irgendetwas sagt.
Ich sagte: „Du erinnerst mich an niemanden.“
Das war fast wahr.
Vielleicht war ich zu stolz zum Bleiben.
Vielleicht du zu stolz zum Fragen.
Vielleicht gingen wir längst auseinander,
bevor einer von uns wirklich ging.
Diese Stadt kennt deinen Namen,
jede Straße weiß zu viel.
Jede verdammte Ecke zeigt mir,
wo dein Körper neben meinem schlief.
Doch keine Angst, ich komm schon klar.
Mein Bett bleibt selten lange kühl.
Andere Lippen schmecken anders –
und manche
sogar ziemlich gut.
Will ich dich zurück?
Nein.
Würde ich dich noch einmal küssen?
...
Das war nicht die Frage.
Ich will nur wissen,
wann wir aufgehört haben, wir zu sein.
Vielleicht würde ich dann verstehen,
warum ich an manchen Nächten
noch den langen Weg nach Hause nehme.
Diese Stadt kennt deinen Namen,
doch ich sag ihn längst nicht mehr.
Unsere Nächte hängen an den Wänden
wie der Rauch von ungefähr.
Und ja, Baby, ich bin weiter.
Weiter als du vielleicht glaubst.
Ich brauch dich nicht zurück –
ich hätte nur verdammt gern gewusst,
wann wir beide beschlossen haben,
uns nicht mehr zu brauchen.
Na ja.
Die Stadt ist groß.
Und die Nacht noch jung.
Rein zufällig - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Neue Haare.
Neue Bar.
Neuer Heimweg.
Was?
Man wird sich ja wohl
mal verändern dürfen.
Hab meine Haare abgeschnitten,
einfach so, mir war danach.
Jetzt seh ich morgens anders aus
und irgendwie gefällt mir das.
Ich nehm jetzt meistens andre Straßen,
kenn Ecken, die ich vorher nicht kannte.
Deine Straße liegt halt ungünstig.
Rein zufällig.
Interessante Stadtplanung.
Ich hab die Möbel umgestellt,
dein Glas ist irgendwann verschwunden.
Und deine Nummer?
Hab ich noch.
Nur damit ich weiß,
bei wem ich nicht rangehe.
[Refrain]
Ich mach jetzt alles anders, Baby,
und nichts davon hat mit dir zu tun.
Neue Nächte, neue Namen,
neue Lippen – ziemlich gut.
Ich geh dahin, wo keiner fragt,
warum ich plötzlich woanders bin.
Und falls ich deine Kneipe meide –
Ach komm.
Der Gin dort war sowieso beschissen.
Ich kenn jetzt eine kleine Bar,
zwei Straßen weiter Richtung West.
Der Barkeeper kennt meinen Drink
und fragt zum Glück nicht nach dem Rest.
Da tanzt man auf den Tischen,
wenn die Nacht genügend sündigt.
Und keiner sagt: „Hey, ist das nicht Ash
da hinten mit der...“
Siehst du?
Genau deshalb gefällt's mir hier.
Ich hab gehört, dir geht es prächtig.
Freut mich wirklich. Ganz enorm.
Und mit wem du nachts nach Hause gehst,
ist mir vollkommen ...
Hey!
Noch einen Doppelten.
Ich mach jetzt alles anders, Baby,
und nichts davon hat mit dir zu tun.
Neue Nächte, neue Namen,
neue Lippen – ziemlich gut.
Ich geh dahin, wo keiner fragt,
warum ich plötzlich woanders bin.
Und falls ich deine Straßen meide –
Ich nenn das
effiziente Navigation.
Kurze Haare?
Stehen mir besser.
Neue Kneipen?
Bessere Drinks.
Andere Straßen?
Mehr zu sehen.
Dich nicht treffen?
...
Netter Nebeneffekt.
Ich mach jetzt alles anders, Baby,
vielleicht war's höchste Zeit dafür.
Neue Nächte, neue Fehler –
und keiner davon bist mehr du.
Ich muss nicht sehen, wen du küsst,
um zu wissen, dass ich weiter bin.
Und nein, ich lauf nicht vor dir weg.
Ich lauf nur...
sehr konsequent
woanders hin.
Also...
Falls wir uns doch mal begegnen:
Sei nicht komisch.
Ich bin's bestimmt nicht.
Und sag nichts über die Haare.
Ich weiß, dass sie geil aussehen.
Fünf Monate - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Fünf Monate.
Dreiundzwanzig Tage.
Elf Stunden.
Ungefähr.
Was?
Kathedralenlicht auf schwarzem Stein,
Champagner, Samt und Heiligenschein.
Ich war gerade ziemlich gut darin,
nicht mehr an dich zu denken.
Dann hörte ich dein Lachen.
Verdammt.
Kurze Haare, schwarzes Kleid,
dieser Blick noch ganz derselbe.
Und neben dir ein schöner Mann,
maßgeschneidert bis zur Fresse.
Seine Hand liegt an deinem Rücken.
Sehr vertraut.
Sehr elegant.
Ich überlege nur ganz sachlich,
wie gut Blut zu seinem Hemd passt.
Nein, Baby, ich bin nicht eifersüchtig.
Du kannst küssen, wen du willst.
Kannst ihn anlächeln, näher kommen,
bis du seinen Atem fühlst.
Es geht mich einen Scheißdreck an,
wer heute Nacht dein Bett verdient.
Ich frag mich nur, warum mein Glas
in meiner Hand
gerade Risse kriegt.
Du hast mich schließlich auch gesehen.
Nur eine Sekunde – vielleicht zwei.
Dein Lächeln stockte einen Herzschlag lang.
Oder ich bilde mir das ein.
Dann flüsterte er dir etwas zu,
du lachtest wieder viel zu schön.
Und plötzlich fand ich seine Zähne
bemerkenswert vollständig.
Nicht falsch verstehen.
Ich gönn dir Glück.
Ich gönn ihm nur
nicht unbedingt dasselbe.
Fünf Monate, dreiundzwanzig Tage –
nicht, dass ich so etwas zähl.
Elf Stunden.
Vielleicht zwölf.
Scheißegal.
Nein, Baby, ich bin nicht eifersüchtig.
Du kannst anfassen, wen du willst.
Kannst dich an seinen Körper lehnen,
wenn dir meiner nicht mehr fehlt.
Es geht mich einen Scheißdreck an,
wer deinen Namen nachts noch stöhnt.
Ich versteh nur nicht, warum ich
seine Hände
an dir so wenig schön find.
Er sieht gut aus.
Geb ich zu.
Teurer Anzug.
Perfektes Lächeln.
Saubere Hände.
Ich könnte das ändern.
[Kurzes Lachen]
Entspann dich.
War ein Witz.
...
Größtenteils.
Nein, Baby, ich bin nicht eifersüchtig!
Tanz mit ihm, als wär ich Luft.
Lach noch lauter, komm ihm näher,
trag an deiner Haut seinen Duft.
Ich hab genug andere Frauen,
genug Nächte ohne dich.
Also erklär mir, warum zum Teufel
von hundert Menschen hier im Garten
ich nur sehe,
wie er dich ansieht.
Und wie du
zurückschaust.
Fünf Monate.
Dreiundzwanzig Tage.
Elf Stunden.
Ungefähr.
Arschloch.
Ich komm so - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Er ist schön.
Wirklich schön.
Guter Anzug.
Gute Manieren.
Verdammt gute Hände.
Nur manchmal...
redet er ein bisschen zu viel.
Er sagt: „Das Schwarze wär eleganter.“
Ich trag trotzdem Violett.
„Der Rock ist vielleicht etwas kurz.“
Baby...
Genau deshalb ist er perfekt.
Er mag mich frech, nur nicht zu laut,
sexy, aber mit Niveau.
Ich soll ruhig ganz ich selber sein –
nur vielleicht
ein bisschen weniger so.
Komisch.
Da war mal einer, der hat nie gefragt,
warum meine Stiefel auf dem Tisch stehen.
Er hat nur seinen Drink weggenommen.
Er kannte mich eben.
Ich komm so, wie ich bin, Baby,
mit zu viel Mund und zu wenig Scham.
Mit kurzen Röcken, schwarzen Nägeln
und einem ziemlich schlechten Plan.
Du musst mich nicht verbessern,
ich bin kein verdammtes Projekt.
Wenn du Jinx haben willst, dann ganz –
nicht hübsch gemacht
und korrekt.
Du bestellst den Wein für uns beide,
weil du weißt, was „besser passt“.
Ich bestell danach noch einen Whiskey,
nur weil du das Gesicht verziehst.
Du sagst, ich flirte mit dem Kellner.
Stimmt.
Der Mann hat Augen.
Was soll ich machen?
Und irgendwo in meinem Kopf
hör ich ein dreckiges Lachen.
Scheiße.
Den Gedanken mochte ich nicht.
Der hätte meine Hand genommen,
wenn ich barfuß durch die Straßen zog.
Nicht gefragt: „Was sollen die Leute denken?“
Eher:
„Lauf schneller, die Polizei kommt.“
Ich komm so, wie ich bin, Baby,
mit zu viel Mund und zu wenig Scham.
Mit kurzen Röcken, schwarzen Nägeln
und einem ziemlich schlechten Plan.
Du musst mich nicht verbessern,
ich bin kein verdammtes Projekt.
Wenn du Jinx haben willst, dann ganz –
mit jedem kleinen
Defekt.
Du bist charmant.
Du bist höflich.
Du siehst unverschämt gut aus.
Und im Bett...
Keine Beschwerden.
Aber hör auf, mir zu erklären,
welche Version von mir
dir am besten gefällt.
Ich hatte mal einen Mann,
der kannte jede davon.
Oh.
Das klang jetzt gefährlich sentimental.
Vergiss es.
Ich komm so, wie ich bin, Baby,
und wenn dir das zu viel erscheint,
such dir eine brave kleine Schönheit,
die beim Essen nicht über Sex spricht.
Ich werd mein Kleid nicht länger machen,
meine Stimme sicher nicht.
Und wenn du mich wirklich haben willst –
dann lieb nicht nur
mein bestes Licht.
Denn einer kannte meine Schatten
und ließ sie einfach neben sich.
Verdammt.
Schon wieder er.
Also...
Violettes Kleid.
Hohe Stiefel.
Und wir gehen in meine Bar.
Du darfst gern mitkommen.
Nicht gesendet - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
„Hey.“
„Ich wollte nur—“
Ach, fick dich.
Zwei Uhr siebzehn, viel zu wach,
dein Name leuchtet mich noch an.
Nicht, dass ich dir schreiben wollte,
ich räum nur meine Kontakte auf.
Seit einer Stunde.
Sehr gründlich.
Ich hör, du bist noch mit ihm zusammen.
Schön für dich. Ehrlich gemeint.
Er trägt diese lächerlich guten Anzüge.
Hab ich erwähnt,
dass ich ihn nicht leiden kann?
„Hey, lange nichts gehört...“
Nein.
Klingt verzweifelt.
„Na, alles gut bei dir?“
Noch schlimmer.
Scheiße.
Ich schreib dir nichts, Baby,
hab dir nichts mehr zu erklär'n.
Du kannst mit deinem neuen Prinzen
durch deine neuen Nächte geh'n.
Mir ist egal, wer dich jetzt küsst,
wer deine verdammte Tür aufschließt.
Warum steht dann seit zwanzig Minuten:
„Manchmal fehlst du—“
Nichts.
Da stand nichts.
Ich könnte irgendeine anrufen,
Nummern hätte ich genug.
Eine Blonde schreibt seit gestern,
eine Rothaarige wär auch noch wach.
Doch ich sitz hier mit dem Whiskey
und diskutiere mit einem Display.
Beeindruckend, Ash.
Wirklich souverän.
Ich tipp: „Ich hab nachgedacht...“
Als ob das je was Gutes brachte.
Vielleicht würdest du antworten.
Vielleicht auch nicht.
Und warum zum Teufel interessiert mich,
ob du gerade neben ihm liegst?
Rein hypothetisch.
Ich schreib dir nichts, Baby,
hab dir nichts mehr zu erklär'n.
Du kannst dich an seinen Körper legen,
kann mir scheißegal sein, wer.
Ich hab dich längst aus meinem Kopf.
Zumindest meistens.
Fast.
Warum weiß ich dann noch immer,
wann du morgens online bist?
Okay.
Eine Nachricht.
Nur eine.
„Jinx...
ich weiß nicht, was damals passiert ist.
Ich weiß nicht, wann wir aufgehört haben—
Nein.
„Jinx...
falls du mit ihm glücklich bist“
Verdammt!
Ich gönn's dir.
Natürlich gönn ich's dir.
Ich würd ihm nur gern
dieses perfekte Lächeln
aus dem Gesicht
...lassen wir das.
Ich schreib dir nichts, Baby!
Nicht heute und auch morgen nicht.
Ich brauch kein altes verdammtes Feuer,
nur weil dein Name mich noch trifft.
Geh mit ihm. Küss ihn. Schlaf bei ihm.
Mach, was immer du jetzt willst.
Ich bin nicht eifersüchtig.
Ich bin nur...
Ach, scheiß drauf.
„Ich hoffe, es geht dir gut.“
Senden?
...
Nein.
Gute Nacht, Jinx.
Du hättest gelacht
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Er sagt, der Mantel sei zu dünn.
Hat er wahrscheinlich recht.
Du hättest gesagt:
„Dann frier halt sexy.“
Idiot.
Der erste Schnee liegt auf den Dächern,
meine Stiefel sind komplett durchnässt.
Er fragt, warum ich keine trage,
die vernünftig für den Winter sind.
Ich sag: „Weil die hier geiler aussehen.“
Er verdreht die Augen.
Du hättest gelacht
und wärst mit mir durch jede Pfütze.
Scheiße.
Schon wieder du.
[Pre-Chorus]
Er meint es gut.
Das sag ich mir.
Nur meint er ziemlich oft,
ich könnte etwas anders machen.
Und langsam frag ich mich,
warum ich bei dir nie darüber nachdachte,
ob ich richtig bin.
Du hättest gelacht, Baby,
über jeden meiner Fehler.
Über zu viel Gin, zu wenig Anstand,
meine Stiefel auf den Ledersitzen.
Du hast nie gesagt:
„Sei doch ein bisschen weniger Jinx.“
Du hast höchstens gesagt:
„Mach, was du willst...
aber wenn wir fliehen müssen,
lauf diesmal schneller.“
Gestern waren wir eingeladen,
Kerzenlicht und guter Wein.
Er sagte, ich soll nicht so fluchen.
Beim Essen.
Vor seinen Freunden.
Also lächelte ich ganz höflich
und sagte drei Minuten nichts.
Persönlicher Rekord.
Dann fragte jemand nach meinem Tattoo.
Ich zeigte mehr als nötig.
Sein Blick?
Unbezahlbar.
Auf dem Heimweg sagte er leise,
ich müsste nicht immer provozieren.
Und plötzlich wusste ich genau,
was du gesagt hättest:
„Doch.
Muss sie.“
Verdammt.
Du hättest gelacht, Baby,
über jeden meiner Fehler.
Über meinen Mund, meine kurzen Röcke,
meine großartigen schlechten Ideen.
Du wolltest nie
eine bessere Version von mir.
Nur mich.
Und damals hielt ich das
für selbstverständlich.
War wohl ziemlich dumm.
Sag's bloß keinem.
Er hält meine Hand.
Er küsst mich.
Er ist schön.
Und manchmal bin ich glücklich.
Wirklich.
Nur manchmal lieg ich neben ihm
und denke an jemanden,
bei dem ich nie überlegen musste,
wie viel von mir gerade zu viel ist.
Das ist kein Vermissen.
...
Okay.
Vielleicht ein kleines.
Winziges.
Halt die Klappe.
Du hättest gelacht, Baby,
wenn du mich jetzt sehen könntest.
Immer noch laut, immer noch schwierig,
immer noch viel zu schlecht erzogen.
Nur etwas älter.
Etwas klüger.
Na gut...
darüber können wir streiten.
Und vielleicht war unser größter Fehler,
dass wir niemals verstanden haben,
wie verdammt gut wir zusammen waren,
solange wir es waren.
Der Schnee wird stärker.
Ich trag trotzdem diese Stiefel.
...
Du hättest gelacht.
Arschloch.
Morgen weiss ich nichts mehr - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Schnee.
Whiskey.
Mitternacht.
Perfekt.
Fehlt nur noch eine schlechte Entscheidung.
Die Stadt liegt schwarz unter dem Fenster,
weiße Flocken auf Neonlicht.
Ich seh die Straßen tief da unten
und natürlich denk ich nicht an dich.
Verdammt guter Whiskey.
Ich hab gehört, du bist noch bei ihm.
Hab nicht gefragt – nur aufgeschnappt.
Und nein, es stört mich nicht die Bohne.
Darum trink ich wohl
direkt aus der Flasche.
Ich hatte genug andere Körper,
genug Namen, die ich längst vergaß.
Hat hervorragend funktioniert.
Bis gerade eben.
Was für ein Spaß.
Fick dich, Jinx, ich lieb dich noch.
Da – jetzt ist es endlich raus.
Ich will dich wieder in meinem Bett,
deine Stiefel in meinem Haus.
Ich will dein Fluchen, deinen Wahnsinn,
deinen Mund, der niemals schweigt.
Und ich hasse mich dafür,
dass selbst nach all den anderen
nur eine
in meinem Kopf noch bleibt.
Noch ein Schluck auf gute Entscheidungen.
Davon hatte ich ja viele.
Blond im März, im Mai die Rothaarige,
im Sommer... keine Ahnung mehr.
Schöne Augen, schöne Nächte.
Morgens war mein Bett
trotzdem irgendwie leer.
Das klingt erbärmlich.
Streich das.
Ich hatte Spaß.
Sehr viel sogar.
Nur warum zum Teufel war keine davon
jemals laut genug wie du?
Und falls ich morgen bei dir klingel—
Nein.
Mach ich nicht.
Falls ich dir schreibe—
Auch nicht.
Wo ist mein Handy?
Fick dich, Jinx, ich lieb dich noch.
Und langsam macht mich das aggressiv.
Du bist bei ihm, ich bin hier oben,
und der Whiskey hört mir wenigstens zu.
Ich will dein Lachen in der Küche,
deinen Lippenstift an meinem Glas.
Ich will sogar diese Scheißdiskussionen,
bei denen keiner von uns wusste,
worüber wir eigentlich stritten.
Gott, waren wir bescheuert.
Vielleicht hab ich's versaut.
Vielleicht du.
Wahrscheinlich wir beide.
Aber ich hab andere Frauen geküsst,
als könnte ich dich damit
aus meinem verdammten Mund bekommen.
Hat nicht funktioniert.
Überraschung.
Und jetzt soll ich zu dir gehen und sagen:
„Hey, Jinx.
Ich hab mit halb dieser Stadt geschlafen...
aber eigentlich wollte ich dich.“
Ja.
Das wird bestimmt großartig.
Fick dich, Jinx!
Ich liebe dich noch!
Ich will dich zurück –
zufrieden?!
Ich will fünf Monate zurücknehmen,
jede Nacht, jeden verdammten Fehler.
Will noch einmal vor dir stehen
und diesmal nicht so tun,
als wär mir scheißegal,
ob du gehst.
Denn das war's nie.
Das war's...
nie.
Morgen weiß ich hiervon nichts mehr.
Morgen bin ich wieder vernünftig.
Arrogant.
Charmant.
Ganz der Alte.
Also...
nur für heute Nacht:
Ich liebe dich, Jinx.
Und morgen...
halt ich wieder die Fresse
Frohe Weihnachten Verdammt -Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Nein.
Der gerade Baum ist hässlich.
Ich will den da.
Ja, den Krummen.
Nein, ich scherze nicht.
Er hat drei Äste viel zu wenig,
und die Spitze hängt nach links.
Du sagst: „Der sieht doch furchtbar aus.“
Ich sag:
„Der sieht aus wie ich.“
Also perfekt.
Du willst Kugeln, Gold und Schleifen,
alles hübsch und schön sortiert.
Ich will Totenköpfe, schwarze Engel
und Lametta völlig ungeniert.
Dann sag ich: „Jetzt kommt er an die Decke.“
Du lachst.
Ich nicht.
Baby, wir kennen uns
offenbar noch nicht lang genug.
Ich will Weihnachten verdreht,
ein bisschen schief und wunderschön.
Den Baum kopfüber an der Decke,
weil normale Leute langweilig sind.
Schenk mir keinen perfekten Abend,
Perfektion steht mir sowieso nicht.
Gib mir Chaos, Wein und Kerzen –
und verdammt noch mal,
häng den Baum auf!
Du stehst da mit diesem Blick,
als hätte ich den Papst beleidigt.
„Warum muss der Baum denn hängen?“
Weil er's kann?
Reicht das nicht?
Du sagst, das sei komplett bescheuert,
und ich soll einmal vernünftig sein.
Und dann sag ich, ohne nachzudenken:
„Ash hat das immer
für mich gemacht.“
Oh.
Scheiße.
Nein, so war das nicht gemeint.
Hör auf, mich so anzusehen.
Es ging nur um den Baum.
Nur um
Ja.
Ich weiß, was ich gesagt hab.
Ich will Weihnachten verdreht,
ein bisschen schief und wunderschön.
Und nein, das hat nichts mit ihm zu tun.
Jetzt mach nicht so ein Ding daraus!
Er hat mich eben machen lassen,
auch wenn's völlig irre war.
Nein.
Das war jetzt auch nicht besser.
Kannst du bitte aufhören,
jedes Wort von mir zu analysieren?
„Dann geh doch zu Ash.“
Oh, komm schon.
Wie alt sind wir? Zwölf?
Ich will nicht zu Ash.
Ich will einen beschissenen Weihnachtsbaum
kopfüber an der Decke!
Und jemanden,
dem ich nicht erklären muss,
warum mir das gefällt.
...
Fuck.
Ich will Weihnachten verdreht,
laut und schief und nicht perfekt.
Will mich nicht jedes Mal erklären,
nur weil dir irgendwas nicht gefällt.
Vielleicht bin ich anstrengend, Baby.
Überraschung!
Das stand schon auf der Verpackung.
Und wenn du mich wirklich liebst,
dann lieb auch den verdammten Wahnsinn,
nicht nur mich,
wenn ich dir gerade passe.
Also...
Der Baum bleibt.
Kopfüber.
Ich hol das Seil.
Und wegen Ash...
Tut mir leid.
Das ist mir einfach rausgerutscht.
Frohe Weihnachten?
Frohes Fest Prinzessin - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Weihnachten.
Schnee.
Lichter.
Glückliche Paare.
Widerlich.
Der Schnee steht hoch an meinen Stiefeln,
die ganze Stadt trägt Heiligenschein.
Aus jedem Fenster dieses Glitzern –
als müsste heute jeder glücklich sein.
Ich brauch 'ne Bar, 'nen guten Whiskey,
und später vielleicht Gesellschaft dazu.
Blond, brünett – ich bin nicht schwierig.
Nur bitte
weniger reden als du.
Scheiße.
Da bist du wieder.
Ich seh vor mir den krummen Baum,
den keiner freiwillig genommen hat.
Und natürlich hing das Scheißding kopfüber.
Weil du gesagt hast:
„Normal kann jeder, Ash.“
Frohe Weihnachten, Baby,
wo immer du heut Abend bist.
Ich hoffe, dein Baum hängt von der Decke,
weil alles andere langweilig ist.
Ich hoffe, du trägst viel zu wenig,
fluchst beim Essen, trinkst zu viel.
Und nein – ich vermisse dich nicht.
Ich erinner mich nur
verdammt detailliert.
Dann heb ich meinen Blick –
und da steht er.
Mitten im Schnee.
Dein schöner neuer Gentleman,
als hätte ihn jemand frisch poliert.
Schwarzer Mantel, perfekte Haare,
kein verdammtes Körnchen Schnee im Gesicht.
Wir bleiben beide einfach stehen.
Er sagt nichts.
Ich auch nicht.
Interessant.
Wie viele Cremes benutzt der Mann?
Morgens zwei?
Abends drei?
Ist seine Haut am ganzen Körper
weich wie ein verdammter Babypopo?
Nicht, dass mich das interessiert.
Ich überlege nur,
wie viel Pflege nötig ist,
um so unerträglich hübsch auszusehen.
Frohe Weihnachten, Prinzessin,
ja, diesmal mein ich leider ihn.
Dieser maßgeschneiderte Albtraum
steht da wie aus einem Magazin.
Ich könnte freundlich „Abend“ sagen.
Könnte lächeln, weitergehen.
Oder seiner hübschen Visage
Nein.
Weihnachten.
Nächstenliebe.
Hab ich fast vergessen.
Er sieht mich an.
Ich seh ihn an.
Kein Wort.
Und plötzlich frag ich mich:
Weiß er von dem Baum?
Weiß er, dass du beim Schmücken fluchst?
Dass du die hässlichsten Kugeln
immer ganz nach vorne hängst?
Weiß er, warum du dabei lachst?
Warum zum Teufel
will ich wissen, was er von dir weiß?
Scheiß drauf.
Frohe Weihnachten, Baby,
jetzt geh mir endlich aus dem Kopf.
Ich wollte heute irgendeine küssen,
nicht hier stehen wegen deinem neuen Gott.
Er kann dich haben – hab ich beschlossen.
Klingt großzügig.
Find ich auch.
Nur warum ballt sich meine Faust,
wenn dieser schöne Bastard
einfach nur vor mir steht?
Eifersucht?
Nein.
Allergie.
Ganz eindeutig.
Er nickt.
Ich nicke.
Wir gehen aneinander vorbei.
Sehr erwachsen.
Sehr zivilisiert.
...Babypopo.
Frohe Weihnachten, Arschloch.
Falsche Party - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Champagner.
Kristallgläser.
Kaviar.
Und irgendein Typ erklärt mir gerade
den Unterschied zwischen zwei Sorten Gin.
...
Ich will nach Hause.
Schwarzer Samt und teure Namen,
jeder sieht verdammt gut aus.
Man küsst Wangen, zeigt die Zähne,
kennt hier irgendwen, der irgendwen kennt.
Mein Kleid kostet viel zu viel,
mein Glas wird ungefragt gefüllt.
Er legt die Hand an meinen Rücken:
„Lächel doch mal.“
Baby...
Ich lächle, wenn's was zu lachen gibt.
Vielleicht sollte ich das mögen.
Vielleicht ist das jetzt meine Welt.
Aber wenn ich ehrlich bin...
Was für ein beschissener Gedanke.
Bin ich glücklich hier?
Keine Ahnung.
Ich seh zumindest ziemlich glücklich aus.
Teurer Sekt und schöne Menschen,
doch ich würd verdammt gern hier raus.
Mir fehlt der Dreck, mir fehlt das Lachen,
mir fehlt ein Abend ohne Plan.
Und vielleicht fehlt mir jemand,
bei dem ich niemals
jemand anderes sein musste.
Scheiße.
Kurz vor elf, die Party glänzt,
ein Kellner bringt den nächsten Wein.
Und plötzlich seh ich unser Sofa
irgendwo in meinem Kopf wieder erscheinen.
Keine Gäste. Keine Kleider.
Keine Ahnung, welcher Wochentag.
Wir vertrieben uns die Stunden,
bis Mitternacht endlich vor uns lag.
Dann standen wir da – splitternackt,
mit Whiskey statt Champagnerglas.
Du sagtest: „Auf ein besseres Jahr.“
Ich sagte:
„Das letzte war doch gar nicht schlecht.“
War es auch nicht.
Wir hatten nie den besten Whiskey.
Nie den schönsten Ausblick der Stadt.
Aber verdammt...
wir hatten Spaß.
Bin ich glücklich hier?
Keine Ahnung.
Frag mich morgen noch einmal.
Hier schmeckt jeder Drink nach Luxus
und irgendwie auch scheißegal.
Mir fehlt das Fluchen, fehlt das Lachen,
dieses Chaos ohne Plan.
Und vielleicht fehlt mir der Idiot,
mit dem selbst gar nichts tun
sich nach verdammt viel anfühlte.
Zehn...
Alle rücken näher.
Neun...
Er nimmt meine Hand.
Acht...
Ich sollte ihn ansehen.
Sieben...
Warum seh ich unser Sofa?
Sechs...
Whiskey.
Fünf...
Dein dämliches Grinsen.
Vier...
Ach, fick dich, Ash.
Drei...
Nicht heute.
Zwei...
Bitte nicht heute.
Eins.
Frohes neues Jahr.
Vielleicht bin ich nicht glücklich hier.
Da. Ich hab's gesagt. Na und?
Vielleicht passt mein schönes Kleid
nicht zu dem Mädchen darunter.
Ich will wieder viel zu laut sein,
will lachen, bis mir alles wehtut.
Will keinen Mann, der mich präsentiert –
ich will einen,
der mit mir lebt.
Und nein, das heißt nicht automatisch Ash.
...
Das klären wir nächstes Jahr.
Er küsst mich.
Alle jubeln.
Feuerwerk.
Champagner.
Perfekt.
Ich hätte jetzt gern einen Whiskey.
Doppelten.
Nur weil ich's noch weiß - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Fünfzehnter Februar.
Sechsundzwanzig.
Nein, ich hab nicht nachgesehen.
Manche nutzlosen Informationen
bleiben einfach hängen.
Ich steh im Laden vor den Flaschen,
eigentlich brauch ich nur Zigaretten.
Dann seh ich diesen Gin im Regal,
den du immer viel zu großzügig eingeschenkt hast.
Daneben Schokoküsse.
Natürlich.
Diese klebrigen Dinger,
für die du jeden vernünftigen Nachtisch
stehen lassen würdest.
Ich nehm 'ne Packung.
Und den Gin.
Zufall.
Halt die Fresse.
Ich könnte beides selber brauchen,
Gin sowieso, den Zucker eher nicht.
Und dass heute dein Geburtstag ist,
ändert daran...
offensichtlich nichts.
Nur weil ich's noch weiß,
heißt das gar nichts, Baby.
Nur weil ich noch weiß,
was du trinkst und was du liebst.
Nur weil ich nachts durch deine Straße fahr
und zufällig vor deinem Haus steh –
heißt das nicht, dass du mir fehlst.
Es heißt nur...
mein Gedächtnis ist hervorragend.
Schnee liegt grau auf deinem Gehweg,
mein Atem hängt weiß in der Nacht.
Ich stell die Tüte vor die Haustür,
als wär das alles so geplant.
Kein Name.
Keine Karte.
Wozu auch?
Du wirst schon wissen,
welcher Idiot Gin und Schokoküsse
für eine angemessene Kombination hält.
Meine Hand geht Richtung Klingel.
Bleibt kurz davor stehen.
Nein.
So sentimental bin ich nicht.
Also steh ich vor der geschlossenen Tür
und sage leise:
„Alles Gute, Jinx.“
Sechsundzwanzig.
Glückwunsch.
Werd bloß nicht vernünftig.
Nur weil ich's noch weiß,
heißt das gar nichts, Baby.
Nur weil ich vor deiner Tür
deinen Geburtstag nicht vergess.
Vielleicht wollte ich nur sichergehen,
dass du wenigstens vernünftigen Gin hast.
Und die Schokoküsse?
Keine Ahnung.
Die haben mich praktisch angefleht.
Du hättest den Witz besser gemacht.
Dann seh ich Licht hinter den Vorhängen.
Kerzen.
Natürlich Kerzen.
Du mochtest Geburtstage nie besonders groß.
Lieber Sofa, Licht aus,
irgendwas Starkes im Glas.
Und mich.
Damals.
Ich weiß noch, wie du dich an mich gelehnt hast,
Beine über meinen Schoß,
und irgendwann haben wir vergessen,
dass draußen überhaupt noch jemand existiert.
Heute sitzt da vermutlich er.
Der schöne Prinz.
Perfekte Haare.
Perfekte Haut.
Hoffentlich verträgt er Gin.
Vielleicht sitzt du gerade auf dem Sofa.
Vielleicht liegst du an seiner Brust.
Vielleicht lachst du so,
wie du früher bei mir gelacht hast.
Vielleicht küsst er dich
zwischen zwei Kerzen aus.
...
Geht mich nichts an.
Hat es nie.
Nicht mehr.
Und trotzdem steh ich hier
wie ein verdammter Anfänger
und frage mich,
ob du glücklich bist.
Nicht mit ihm.
Einfach...
glücklich.
Nur weil ich's noch weiß,
heißt das gar nichts, Jinx.
Sechsundzwanzig Jahre –
und ein paar davon gehörten mir.
War ganz nett.
Meistens.
Wenn man die Katastrophen abzieht.
[Kurzes Lachen]
Okay.
War verdammt gut.
Aber bild dir darauf bloß nichts ein.
Ich stell dir nur dein Lieblingszeug vor die Tür,
wünsch dir alles Gute
und verschwinde wieder.
Wie ein erwachsener Mann.
Sehr souverän.
Sehr entspannt.
Sehr beschissen im Loslassen.
Ich geh ein paar Schritte.
Dreh mich nicht um.
...
Na gut.
Einmal.
Das Kerzenlicht brennt noch.
Alles Gute, Baby.
Ich hoffe, er bringt dich zum Lachen.
Aber nicht besser als ich.
Man muss ja realistisch bleiben.
Sag bloss du bist eifersüchtig - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Schokoküsse?
Vor meiner Tür?
Und Gin?
Oh.
Oh, du verdammtes Arschloch.
Keine Karte, keinen Namen,
natürlich machst du's mir nicht leicht.
Als ob ich nicht sofort erkennen würde,
welcher Idiot mir so was reicht.
Sechsundzwanzig, vielen Dank,
und offenbar weißt du es noch.
Ich sollte das vermutlich albern finden –
tu ich aber nicht.
Scheiße.
Ich grinse doch.
Ich schnapp die Tüte, geh nach oben,
Gin unterm Arm, Zucker dabei.
Und nein, mein Herz macht keinen Hüpfer.
Das war...
die Treppe.
Zweiter Stock.
Ist doch nur 'ne Flasche Gin.
Ist doch nur ein bisschen Schokolade.
Ist doch nur mein Ex, der noch genau weiß,
was ich an meinem Geburtstag mag.
Völlig bedeutungslos.
Offensichtlich.
Sag bloß, du bist eifersüchtig, Baby,
wegen Schokoküssen und Gin?
Ich hab ihn nicht mal gesehen,
also wo ist das Problem darin?
Er hat an meinen Geburtstag gedacht
ja, okay, ich find das irgendwie süß.
Was?
Soll ich jetzt lügen?
Du weißt doch längst,
dass ich das nicht besonders gut kann.
Ich komm rein
und da stehst du.
Jogginghose, freier Oberkörper.
Okay.
Verdammt.
Man kann dir vieles vorwerfen, Baby,
aber schlechte Argumente hast du nicht.
Also zumindest optisch.
Du siehst mich an,
dann auf die Tüte:
„Von wem ist das?“
Ich stell den Gin auf den Tisch.
„Ash.“
Oh.
Das Gesicht kenn ich noch nicht.
[Pre-Chorus]
„Er war hier?“
Nein.
„Hast du ihn gesehen?“
Nein.
„Warum schenkt er dir dann was?“
Keine Ahnung.
Vielleicht weil ich Geburtstag habe?
Revolutionäres Konzept.
Sag bloß, du bist eifersüchtig, Baby,
wegen Schokoküssen und Gin?
Du stehst halb nackt in meiner Wohnung –
eigentlich solltest du im Vorteil sein.
Ja, ich hab mich darüber gefreut.
Was soll ich sagen? Es ist nun mal wahr.
Aber wenn ein Lächeln schon Verrat ist,
wird dieser Abend ziemlich lang.
Und stell den Gin wieder hin.
Der kann nichts dafür.
Du sagst, es geht nicht um die Flasche.
Nicht um Zucker vor der Tür.
Es geht darum, wie ich geguckt hab,
als ich sagte:
„Das ist von ihm.“
Ach.
Scheiße.
War's so offensichtlich?
Du fragst, warum er immer noch weiß,
was ich liebe, was ich trink.
Und ich will einen Witz darüber machen –
doch mein Kopf ist plötzlich still.
Denn die Antwort ist beschissen einfach:
Weil Ash mich kannte.
Sehr gut sogar.
„Denkst du noch an ihn?“
Was für 'ne Frage.
Natürlich denk ich manchmal an ihn.
Wir waren zusammen,
ich hab keine Gehirnwäsche machen lassen.
„Vermisst du ihn?“
...
Hey, guck nicht so.
Das war nicht dieselbe Frage.
Du sagst, ich verteidige ihn.
Ich sag, du übertreibst.
Du sagst, ich grinse immer noch.
Ich sage:
„Das ist mein Gesicht!“
Okay.
Das war gelogen.
Sag bloß, du bist eifersüchtig, Baby,
ich dachte, das wär eher mein Revier.
Und verdammt, du siehst gerade heiß aus –
nur leider steht mein Kopf nicht ganz bei dir.
Ja, ich freu mich über Schokoküsse.
Ja, ich freu mich über diesen Gin.
Vielleicht auch ein kleines bisschen darüber,
dass ich ihm nicht vollkommen egal bin.
Fuck.
Das hätte ich nicht sagen sollen.
Nein, komm zurück.
So war das nicht
Okay.
Vielleicht genau so.
Aber anders gemeint!
Super.
Geburtstag.
Gin.
Schokoküsse.
Streit.
Weißt du was?
Ich bin jetzt sechsundzwanzig.
Ich darf schlechte Entscheidungen treffen.
Nein.
Damit meinte ich den Gin.
...
Baby?
Scheiße.
Aber er hat's noch gewusst.
Arschloch.
Lila im April - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
April.
Siebzehn Grad.
Die halbe Stadt benimmt sich,
als hätte sie den Winter persönlich besiegt.
Menschen sind leicht zu beeindrucken.
Stiefmütterchen vor den Häusern,
Tische stehen wieder auf dem Gehweg.
Sonnenbrillen, nackte Schultern,
jeder zweite hält sich für den Frühling selbst.
Ich sitz draußen mit 'nem Kaffee,
schwarz – Überraschung – ohne Scheißsirup.
Und mein Blick geht durch die Menge.
Einmal.
Zweimal.
Völlig beiläufig.
Nein.
Ich suche niemanden.
Monate nichts gehört von dir.
Monate dich nicht gesehen.
Eigentlich erstaunlich,
wie groß so eine verdammte Stadt sein kann.
Und vielleicht dachte ich kurz:
Heute.
Vielleicht.
Hab ich aber nicht.
Ist nur April, Baby,
der erste warme Tag im Jahr.
Vielleicht macht die Sonne Menschen dämlich,
vielleicht war ich kurz nicht ganz klar.
Denn bei jedem schwarzen Haarschopf
schaut mein Blick ein bisschen zu genau.
Nicht weil ich hoffe, dich zu sehen.
Ich...
beobachte meine Umgebung.
Sehr aufmerksam.
Dann seh ich sie.
Andere Straßenseite.
Lange schwarze Haare,
eine lila Strähne fällt ihr ins Gesicht.
Hübsch.
Nicht dieses höfliche „ganz nett“.
Nein.
Verdammt hübsch.
Sie lacht über irgendwas,
schiebt die Haare hinter ihr Ohr.
Und ich
...
vergesse zu atmen.
Nur kurz.
Wahrscheinlich Pollen.
Sie sieht nicht aus wie du.
Nicht wirklich.
Vielleicht ist es nur das Schwarz.
Vielleicht dieses Lila.
Vielleicht dieses Grinsen,
als wäre Ärger eine Freizeitbeschäftigung.
Okay.
Das war jetzt auffällig spezifisch.
Ist nur April, Baby,
und plötzlich seh ich jemand andern an.
Sollte eigentlich ein Fortschritt sein.
Glückwunsch, Ash.
Gut gemacht.
Ich könnte aufstehen, rübergehen,
ihr irgendeinen guten Spruch servieren.
Normalerweise reichen drei Minuten,
um herauszufinden,
wo wir heute Nacht verschwinden.
Ich bleib sitzen.
Interessant.
Sie bestellt irgendwas beim Kellner,
zieht die Jacke von den Schultern.
Mein Kaffee wird langsam kalt.
Und ich überlege ganz sachlich,
warum ich nicht längst bei ihr steh.
Zu jung?
Nein.
Zu hübsch?
Bitte.
Als hätte mich das je gestört.
Vielleicht hab ich einfach keine Lust.
...
Das klingt sogar für mich beschissen.
Denn für eine Sekunde
hab ich nicht sie gesehen.
Ich hab nur dieses Gefühl erkannt.
Dieses kurze:
Da.
Da bist du.
Und dann dreht sie den Kopf
und natürlich bist du's nicht.
Scheiße.
Ich dachte, wir wären damit durch.
Na gut.
Ich dachte, ich wäre damit durch.
Von dir weiß ich schließlich gar nichts mehr.
Ist nur April, Baby,
der Winter ist endlich vorbei.
Die Stadt wird wieder laut und warm,
und offensichtlich werd ich sentimental dabei.
Vielleicht wollte ich dich heute sehen.
Einmal.
Nur um festzustellen,
dass es mir inzwischen scheißegal ist.
Ja.
Genau deshalb.
Und diese Frau mit schwarzem Haar
und dieser verdammten lila Strähne?
Ich hätte hingehen können.
Hab ich nicht.
Nicht aus Angst.
Nicht wegen dir.
Ich hatte einfach...
kalten Kaffee.
Sie steht auf.
Geht die Straße runter.
Ich seh ihr nach.
Hübsche Frau.
Wirklich.
Und für ungefähr drei Sekunden
hab ich nicht an dich gedacht.
...
Fortschritt.
Man muss die kleinen Erfolge feiern.
Meine Wohnung hasst dich - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
„Willst du mit mir zusammenziehen?“
...
Was?
Also...
zusammen-zusammen?
Mit Möbeln?
Und Zahnbürsten?
Dauerhaft?
Baby, das ist wirklich süß von dir,
nur logistisch wird das kompliziert.
Du hast gesehen, wie viel Schuhe ich hab?
Das ist praktisch schon möbliert.
Und du brauchst morgens dieses Badezimmer,
ich brauch morgens meine Ruh.
Du faltest sogar deine Unterwäsche –
Ganz ehrlich, das macht mir Angst bei dir.
Du lachst und sagst: „Das kriegen wir hin.“
Ja.
Bestimmt.
Natürlich.
Scheiße.
Warum krieg ich keine Luft?
Es ist doch nur 'ne Wohnung.
Vier Wände, Fenster, eine Tür.
Also warum klingt „zieh zu mir“
gerade ein bisschen wie:
„Lass alles hier“?
Ich mag meine Wohnung, Baby,
sie kennt mich ziemlich gut.
Kennt meine schlechten Angewohnheiten,
meine Nächte, meinen Übermut.
Hier darf Geschirr bis morgen warten,
hier liegt mein Leben kreuz und quer.
Zusammenziehen klingt romantisch –
aber...
wer gießt dann meine Pflanzen hier?
Ich hab keine Pflanzen.
Fuck.
Nächste Ausrede.
Du sagst, wir könnten meine Sachen mitnehmen.
Ach?
Auch den kaputten Küchentisch?
Die Kerbe hinten an der Tür?
Den Fleck im Flur, der niemals rausgeht?
„Jinx, du kannst doch neue Möbel kaufen.“
Ja.
Könnte ich.
Will ich aber nicht.
Denn auf dem Sofa hab ich gelacht,
bis mir der Bauch wehtat.
In der Küche um drei Uhr morgens getanzt,
betrunken, barfuß, viel zu laut.
Und
Ach, egal.
Du fragst: „Mit wem?“
Niemand.
Freunde.
Menschen.
Vergangenheit.
Bitte frag jetzt nicht genauer.
Ich mag meine Wohnung, Baby,
auch wenn sie viel zu klein für zwei ist.
Auch wenn du sagst, dass deine größer,
schöner und vernünftiger ist.
Hier kleben Jahre an den Wänden,
jeder Kratzer kennt 'ne Geschichte.
Und manche davon brauch ich nicht mehr.
Aber wegwerfen will ich sie auch nicht.
Da ist die Stelle neben dem Fenster,
wo Ash immer morgens stand.
Scheiße.
Hab ich das laut gesagt?
Da ist das Sofa,
auf dem wir ganze Sonntage verloren.
Der Küchentresen, wo wir Whiskey tranken
und uns über Nachbarn lustig machten.
Die Wand, gegen die er
Nein.
Diese Erinnerung gehört definitiv
nicht in diese Diskussion.
Du siehst mich jetzt so komisch an.
„Geht es hier eigentlich um Ash?“
Nein.
Natürlich nicht.
Es geht um meine Wohnung.
Meine Freiheit.
Meine Sachen.
Meine
Erinnerungen.
Fuck.
Du fragst, ob ich immer noch an ihm hänge.
Ich hänge nicht an ihm.
Ich hänge vielleicht an dem Mädchen,
das ich hier mit ihm gewesen bin.
Die nie überlegt hat,
ob sie gerade zu laut ist.
Die ihre Stiefel auf den Tisch gelegt hat
und dafür einen zweiten Fuß daneben bekam.
Die nicht erklären musste,
warum sie Dinge behalten will,
die objektiv kompletter Müll sind.
Das war jetzt...
unangenehm ehrlich.
Ich mag meine Wohnung, Baby,
und vielleicht ist das mehr als nur Beton.
Vielleicht wohnen hier ein paar Gespenster,
die ich noch nicht vertreiben konnt.
Vielleicht hab ich Angst vorm Zusammenziehen,
weil „wir“ dann plötzlich ernsthaft klingt.
Und vielleicht hab ich noch nicht entschieden,
welches alte „Wir“ ich dafür
aus meinen Kisten schmeiß.
Das heißt nicht, dass ich dich nicht will.
Es heißt nur:
Ich weiß gerade nicht,
ob ich schon irgendwo anders
zu Hause sein kann.
Wow.
Das war erwachsen.
Eklig.
Also...
muss ich heute antworten?
Nein?
Gut.
Dann brauche ich Gin.
Und vielleicht drei bis fünf Werktage.
Und falls du nochmal sagst,
wir könnten das Sofa wegwerfen:
Dann lautet die Antwort definitiv nein.
...
Zum Sofa.
Ich meinte zum Sofa.
Baby?
Scheiße.
Nur ein Schluck - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Freitagabend.
Eine Hauswand.
Eine Flasche Whiskey.
Und genug Menschen,
die freiwillig Material liefern.
Manchmal liebe ich diese Stadt.
Ich lehn am Stein, die Sonne sinkt,
die Straße schiebt sich an mir vorbei.
Kein Ziel für heute, keine Eile,
nur Whiskey und ein bisschen Zeit.
Da drüben läuft ein Pärchen,
sie drei Meter vor ihm her.
Sie redet nicht.
Er sieht aus,
als hätte er gerade verstanden,
dass Schweigen schlimmer sein kann als Geschrei.
Meine Theorie?
Er hat ihrer Mutter gesagt,
der Kartoffelsalat schmeckt wie Tapetenkleister.
Sie hat ihm verziehen.
Dann hat er nachgenommen.
Anfänger.
Ich steh nur hier und seh euch zu,
die ganze Stadt spielt Theater.
Liebe, Lügen, kleine Dramen –
und Whiskey macht die Handlung besser.
Ich brauch heut nichts,
ich such heut nichts,
mir geht's hervorragend allein.
Ja.
Ich weiß.
Das sag ich verdächtig oft.
Dann bleibt jemand vor mir stehen.
Schwarze Stiefel.
Schwarze Jeans.
Mein Blick geht langsam höher.
Lange schwarze Haare.
Und dazwischen
Lila.
Ach.
Du.
Sie grinst.
„Redest du öfter mit dir selbst?“
Ich seh sie an.
„Nur wenn das Niveau der Umgebung
keine Alternative bietet.“
Sie lacht.
Verdammt.
Das gefällt mir.
„Wir kennen uns.“
Sagt sie.
Ich heb die Braue.
„Tun wir das?“
„Café. Vor ein paar Wochen.“
Natürlich weiß ich das.
Ich hab nur Stil genug,
nicht zuzugeben, dass ich mich erinnere.
Ich steh nur hier und seh dich an,
und plötzlich wird die Stadt unwichtig.
Schwarzes Haar und diese lila Strähne –
ja, okay.
Du bist ziemlich hübsch.
Sie fragt: „Ist das dein bester Spruch?“
Nein, Prinzessin.
Mein bester Spruch
würde diesen Song unnötig kurz machen.
Sie bleibt trotzdem stehen.
Interessant.
Wir reden über nichts Besonderes.
Die Stadt.
Das Wetter.
Die beschissene Musik
aus der Bar gegenüber.
Sie zeigt auf meine Flasche.
„Guter Whiskey?“
Ich seh auf das Etikett.
Dann zu ihr.
„Willst du die höfliche
oder die ehrliche Antwort?“
„Ehrliche.“
Ich reich sie rüber.
„Probier.“
Sie nimmt einen Schluck.
Direkt aus der Flasche.
Kein Zögern.
Kein angewidertes Gesicht.
Nur:
„Geht besser.“
Oh.
Ich glaub, ich mag dich.
„Dann kauf nächstes Mal besseren.“
Nächstes Mal?
Ich grinse.
Sie merkt's.
„Bild dir nichts drauf ein.“
Zu spät.
Das ist praktisch mein Hobby.
Nur ein Schluck, nur ein Gespräch,
nur zwei Fremde an 'ner Wand.
Kein verdammtes Schicksal, Baby,
nur Whiskey wandert Hand zu Hand.
Du trinkst, ich trink, du lachst zu laut,
und ich vergess für einen Moment,
dass ich normalerweise jeden guten Abend
mit irgendeiner Erinnerung ruinier.
Hm.
Das war fast tiefgründig.
Widerlich.
Sie fragt:
„Worüber hast du vorhin gelacht?“
Ich zeig auf das Paar.
Er hat jetzt Blumen gekauft.
„Schlechtes Gewissen“, sagt sie.
„Kartoffelsalat“, sag ich.
Sie sieht mich an.
Dann lacht sie so laut,
dass zwei Leute sich umdrehen.
Und verdammt
diesmal denke ich nicht daran,
wie jemand anderes gelacht hätte.
Nur an sie.
Na sieh mal einer an.
Nur ein Schluck, nur ein Gespräch,
und vielleicht noch einer hinterher.
Du bist hübsch, du bist gefährlich
und Bescheidenheit liegt mir nicht sehr.
Also sag ich:
„Da vorne ist 'ne Bar.“
Sie sagt:
„Der Whiskey dort ist besser.“
„Dann solltest du mich retten.“
Sie grinst:
„Du wirkst nicht, als wärst du zu retten.“
Baby...
endlich sagt's mal eine richtig.
Sie gibt mir die Flasche zurück.
Fast leer.
Frech.
Ich mag frech.
Wir gehen los.
Nach ein paar Metern fragt sie:
„Und wie heißt du eigentlich?“
„Ash.“
Sie nennt ihren Namen.
Ich nicke.
...
Nein.
Den verrat ich euch noch nicht.
Man muss ja ein bisschen Spannung behalten.
Passt nicht in Kartons - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Küche.
Bad.
Klamotten.
Bücher.
Vergangenheit.
...
Welche Kiste nimmt man dafür?
Zwölf Kartons in meinem Wohnzimmer,
Klebeband klebt schon in meinem Haar.
Auf jeder Kiste steht ganz ordentlich,
was früher mal mein Leben war.
„Küche“, „Schuhe“, „Bad“, „Diverses“ –
er hätte gern ein klares System.
Baby, ich zieh mit meinem ganzen Chaos um.
Das ist mein System.
Ich sag mir: Das wird richtig gut.
Mehr Platz, große Fenster, schönes Haus.
Er will mich bei sich haben.
Ich will hier raus.
Moment.
Das klang falsch.
Ich zieh nicht weg wegen dir, Ash.
Natürlich nicht.
Ich zieh zu meinem Freund.
Das ist ein Unterschied.
Ein großer.
Verdammt großer.
...
Warum erklär ich das eigentlich dir?
Also rein in die Kiste,
Deckel drauf, Klebeband!
Neues Leben, neue Wohnung –
seht mich an, ich bin erwachsen, verdammt!
Ich lass vier Wände hinter mir,
nicht mein Herz, nicht meinen Verstand.
Denn Erinnerungen bleiben schließlich hier.
Oder?
Fuck.
Die passen nicht in Kartons.
Ganz unten liegt ein Fotoalbum.
Natürlich.
Warum auch nicht?
Der Tag lief bisher viel zu gut.
Ich setz mich zwischen meine Kisten,
schlag es auf
und da bist du.
Du mit Whiskey auf meinem Sofa.
Ich mit den Beinen auf dir drauf.
Du küsst mich auf irgendeinem Bild,
auf dem nächsten lachen wir uns aus.
Da ist Weihnachten.
Der Baum hängt kopfüber.
Natürlich tut er das.
Und da sind wir in meiner Küche,
barfuß, besoffen, glücklich.
Scheiße.
Nur Fotos.
Papier.
Tinte.
Vergangenheit.
Kein Grund, jetzt sentimental zu werden.
Also hör auf damit.
Rein in die Kiste!
Deckel drauf!
Kleb den ganzen Scheiß einfach zu!
Ich brauch diese Bilder nicht zu sehen,
ich weiß auch so noch viel zu gut—
Nein!
Genau darum geht's doch!
Ich will nicht mehr wissen,
wie du morgens Kaffee trinkst,
wie du lachst, wie du mich ansiehst—
Fick dich!
Raus aus meinem Kopf!
Ich steh auf, pack weiter Sachen,
plötzlich fliegt mehr, als dass ich pack.
Eine Tasse knallt gegen den Karton.
Gut.
Die war sowieso hässlich.
War meine Lieblingstasse.
Scheißegal.
Ich zieh zu einem verdammt heißen Mann,
der mich liebt und bei sich haben will.
Das ist gut.
Das ist vernünftig.
Das ist Zukunft.
Also warum fühlt es sich an,
als würde ich vor einem Geist davonrennen,
der nicht mal hier ist?
Da.
Zufrieden?
Ich sag's.
Ich zieh aus, weil du noch hier bist.
In diesem Sofa.
In dieser Küche.
In jeder beschissenen Ecke.
Ich zieh aus,
weil ich morgens manchmal aufwache
und für eine halbe Sekunde glaube,
du stehst noch am Fenster.
Ich zieh aus,
weil ich dachte:
Neue Wohnung.
Neues Leben.
Neuer Mann.
Kein Ash.
Was für ein genialer Plan.
Nur ein winziges Problem:
Du wohnst nicht in meiner Wohnung, Arschloch!
Du wohnst in meinem verdammten Kopf!
Also rein in die Kisten,
alles zu, ich zieh hier aus!
Nehm die Kleider, nehm die Bilder,
nehm mein ganzes Chaos mit hinaus.
Ich kann die Schlüssel morgen abgeben,
kann die Tür für immer schließen.
Doch wenn ich ehrlich bin,
versuch ich nicht, diese Wohnung zu verlassen.
Ich versuch seit Monaten,
dich zu verlassen.
Und offenbar bin ich
beschissen schlecht darin!
Aber ich zieh trotzdem.
Hörst du?
Ich zieh trotzdem!
Vielleicht funktioniert es.
Vielleicht auch nicht.
Aber irgendwas muss sich ändern.
Und wenn du schon nicht
aus meinem Schädel verschwindest—
dann verschwinde wenigstens
ich von hier.
Das Album kommt mit.
...
Was?
Ich werf doch keine Fotos weg.
Bin ja nicht bescheuert.
„Erinnerungen.“
Nein.
Zu dramatisch.
„Diverses.“
Perfekt.
Fick dich, Ash.
Und hilf mir gefälligst nicht beim Tragen.
...
Als ob du hier wärst.
Scheiße.
drei Wochen waren doch nett - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Drei Wochen.
Drei.
Das ist beeindruckend.
Normalerweise dauert es länger,
bis jemand versucht, mich zu verbessern.
Du bist effizient.
Am Anfang war's doch ziemlich einfach:
Du warst hübsch, ich war offensichtlich ich.
Ein paar Drinks, ein paar lange Nächte,
keine Fragen nach dem Morgenlicht.
Keine Pläne, keine großen Worte,
keiner wollte irgendwas benennen.
Genau mein Niveau von Romantik:
Wir mussten uns nicht mal
besonders gut kennen.
Dann kam:
„Wo warst du gestern?“
„Warum hast du nicht geschrieben?“
Und mein persönlicher Favorit:
„Ash, musst du wirklich
schon wieder Whiskey trinken?“
Müssen?
Nein.
Aber jetzt will ich.
Du stellst mein Glas auf den Tisch.
Ich stell es wieder vor mich hin.
Du seufzt.
Ich trink.
Ich finde, unsere Kommunikation
funktioniert hervorragend.
Drei Wochen waren doch nett, Baby,
warum machen wir jetzt Arbeit daraus?
Ich wollte Nächte, keine Zukunft,
keine Zahnbürste in meinem Haus.
Du wolltest locker.
Hab ich auch gehört.
Jetzt klingt „locker“ verdächtig nach „wir“.
Und glaub mir:
Wenn ich Beziehung gewollt hätte,
hättest du's gemerkt.
Ich bin schwer zu übersehen.
Du sagst, ich trinke viel zu viel.
Interessant.
Mein Arzt trägt plötzlich schwarzes Haar
und diese verdammte lila Strähne.
Du fragst, ob mir irgendwas fehlt.
Nein.
Eis.
Im Glas.
Danke.
Du verschränkst die Arme,
ich kenn inzwischen diesen Blick.
Dieser Blick bedeutet:
Wir führen gleich ein Gespräch,
das ich nicht bestellt hab.
Kann man das zurückschicken?
Und plötzlich denk ich an Jinx.
Natürlich.
Perfektes Timing, Gehirn.
Die hätte mir den Whiskey weggenommen—
um selbst davon zu trinken.
Verdammt.
Drei Wochen waren doch nett, Baby,
bevor aus Spaß ein Stundenplan entstand.
Ich brauch niemanden, der mitzählt,
wie viele Gläser ich heute in der Hand hab.
Du sagst, du machst dir eben Sorgen.
Süß.
Wirklich.
Nur hab ich nie darum gebeten,
dass aus meinem Chaos
dein Projekt wird.
Mit Jinx war alles unkompliziert.
Nein.
Das ist objektiv gelogen.
Die Frau konnte aus einem Frühstück
einen internationalen Zwischenfall machen.
Sie war laut, absurd, unmöglich,
hat meine Shirts geklaut und nie zurückgebracht.
Einmal hat sie—
Egal.
Der Punkt ist:
Bei ihr musste ich nie erklären,
warum ich so bin.
Sie wollte mich nicht reparieren.
Ich sie auch nicht.
Wir waren zwei Katastrophen,
die erstaunlich gut nebeneinander funktionierten.
Bis wir's nicht mehr taten.
Du fragst:
„Denkst du gerade an sie?“
...
Beeindruckend.
Jetzt kannst du Gedanken lesen.
Das macht die Sache
bestimmt entspannter.
Nein.
Ich sag dir nicht,
dass ich mich gerade daran erinnere,
wie Jinx neben mir auf dem Sofa lag,
mein Glas nahm,
einen Schluck trank
und sagte:
„Billiger Whiskey, Ash.“
Sie hatte recht.
Meistens leider.
Scheiße.
Ich vermisse sogar ihre Beschwerden.
Das bleibt unter uns.
Drei Wochen waren doch nett, Baby,
und vielleicht lassen wir's dabei.
Du willst inzwischen etwas Festes.
Ich will morgen noch frei sein.
Das macht dich nicht falsch,
mich ganz sicher auch nicht.
Wir wollten nur offenbar
zwei verschiedene Arten von nichts.
Und bevor du fragst:
Nein, ich lauf nicht zurück zu Jinx.
Sie wohnt schließlich inzwischen
schon mietfrei in meinem Kopf.
Reicht vollkommen.
Du gehst.
Tür fällt zu.
Ruhe.
Endlich.
Ich heb mein Glas.
...
„Zu viel“, hm?
Ich seh auf die Flasche.
Dann aufs leere Sofa.
Jinx hätte wenigstens
besseren Whiskey mitgebracht.
Arrogant von mir?
Natürlich.
Irgendwer muss schließlich
meine Standards halten.
Noch zwei Tage - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Kaffee.
Schwarze Küche.
Schwarze Schränke.
Schwarzer Marmor.
Eigentlich perfekt.
...
Warum sieht's dann aus wie ein Möbelkatalog?
Ich sitz barfuß auf dem Küchenstuhl,
mein Kaffee dampft, das Haus ist still.
Kein Glas vom gestern auf der Platte,
kein Shirt, das irgendwo liegen will.
Keine Krümel auf dem Boden,
keine Jacke überm Stuhl.
Alles hat hier seinen Platz.
Unheimlich.
Ich war schon hundertmal in dieser Küche,
kenn jede Tür und jeden Schrank.
Jetzt wohn ich hier.
Zumindest offiziell.
Komisch, dass sich „wohnen“
so wenig nach Zuhause anfühlen kann.
Vielleicht brauch ich einfach Zeit.
Oder mehr Dreck.
Ein umgekipptes Glas wär schon ein Anfang.
Ich könnte helfen.
Alles schön hier, alles richtig,
alles sauber, alles fein.
Meine Kisten sind längst ausgepackt –
also müsste ich doch angekommen sein.
Ich bin nicht traurig, Baby.
Nein.
Mir fehlt nur manchmal dieses Chaos,
bei dem ich nie darüber nachgedacht hab,
ob ich irgendwo reinpass.
Ich greif nach meinem Handy.
27.06.2026.
Hm.
Oh.
Noch zwei Tage.
Am neunundzwanzigsten wären's fünf Jahre.
Fünf.
Verdammte.
Jahre.
Okay, technisch gesehen nicht.
Jahrestage nach Trennungen
sind vermutlich ungültig.
Gibt bestimmt Regeln dafür.
Und plötzlich seh ich wieder
dieses alte Friedhofstor.
Mitternacht.
Vollmond.
Und mich.
Natürlich auf der falschen Seite
des Gesetzes.
Ein Bein schon auf dem Eisen,
Rock irgendwo viel zu hoch gerutscht.
Und hinter mir diese tiefe Stimme:
„Der Teufel holt dich,
wenn du da einbrichst.“
Ich dachte:
Was für ein arrogantes Arschloch.
War sofort sympathisch.
Noch zwei Tage bis zu etwas,
das es längst nicht mehr gibt.
Kein Grund für große Gefühle –
nur lustig, was im Kopf so liegen blieb.
Du standst da unter diesem Vollmond,
als wär der Friedhof dein Revier.
Und ich sagte:
„Wenn der Teufel mich holen will,
muss er erstmal schneller klettern als ich.“
Du hast gelacht.
Und bist mir hinterher.
Du hättest mich aufhalten können.
Vernünftig wär das wohl gewesen.
Stattdessen standst du zehn Sekunden später
selbst oben auf diesem Tor.
„Wenn wir erwischt werden, war's deine Idee.“
Natürlich.
Feigling.
Wir liefen zwischen alten Gräbern,
teilten Whiskey auf irgendeiner Bank.
Erzählten uns beschissene Geschichten
über Leute, die seit hundert Jahren tot waren.
Und irgendwann wurde aus:
„Wer zum Teufel bist du eigentlich?“
ein Wir.
Schon ziemlich kitschig.
Zum Glück war ein Friedhof dabei.
Fünf Jahre.
Fast.
Ich frag mich manchmal,
ob du das Datum noch weißt.
Nein.
Eigentlich frag ich mich das nicht.
...
Okay.
Ein bisschen.
Nicht weil ich zurückwill.
Nicht weil ich hier unglücklich bin.
Es ist nur
Manche Erinnerungen
passen verdammt gut zu einem.
Und wenn man sie lange genug hatte,
merkt man erst beim Weggehen,
wie viel Platz sie eingenommen haben.
Scheiße.
Zu philosophisch vor dem zweiten Kaffee.
Noch zwei Tage bis zu etwas,
das einmal uns gehört hat.
Fünf Jahre seit zwei Idioten
nachts über dieses Friedhofstor geklettert sind.
Heute sitz ich in 'ner perfekten Küche,
du bist irgendwo und ich bin hier.
Und nein
ich wünsch mir damals nicht zurück.
Ich lächle nur gern darüber.
Denn vielleicht war nicht alles für immer.
Vielleicht musste es das auch nie sein.
Aber für eine verdammt gute Weile
warst du mein Lieblingsmensch
für schlechte Ideen.
Ich seh mich nochmal um.
Alles sauber.
Alles ordentlich.
Alles an seinem Platz.
Nein.
So geht das nicht.
Ich lass die Kaffeetasse auf der Arbeitsplatte stehen.
Absichtlich.
Rebellion.
Klein anfangen.
Und Ash?
Falls du den 29. noch weißt...
Bild dir bloß nichts drauf ein.
Ich weiß ihn schließlich auch.
Arschloch.
Keine Versprechen - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
-
Juni.
Natürlich weiß ich, welcher Tag ist.
Fünf Jahre.
Wären es gewesen.
Bedeutet nichts.
Deshalb ist heute vermutlich
auch ein hervorragender Abend,
um nicht allein zu sein.
Und jetzt stehst du wieder vor meiner Tür,
schwarzes Haar, lila Strähne, hübsches Gesicht.
Ich könnte vernünftig sein und dich wegschicken.
Könnte ich.
Mach ich nicht.
Komm rein, Baby,
aber hör diesmal verdammt genau hin.
Ich will deine Nächte,
deine Haut in meinem Bett,
deine Schuhe morgens auf meinem Boden –
mehr nicht.
Kein Wir.
Kein irgendwann.
Kein verdammtes Happy End.
Ich weiß längst, was du für mich fühlst.
Ich bin arrogant, Baby,
nicht bescheuert.
Also mach aus meiner offenen Tür
bloß kein Versprechen.
Wenn du bleibst, dann kenn die Regeln,
ich versprech dir keinen Scheiß.
Keine Liebe, keine Zukunft,
nur zwei Körper gegen Einsamkeit.
Kein „für immer“, kein „vielleicht“,
keine Hoffnung auf ein Wir.
Wenn dir das zu wenig ist –
die Tür ist direkt hinter dir.
Noch stehst du da.
Natürlich.
Und Regel Nummer zwei ist einfach:
Finger weg von meinem Whiskey.
Nicht von der Flasche.
Bedien dich ruhig.
Ich meine dieses besorgte Gesicht,
sobald mein Glas zum dritten Mal voll ist.
Ich weiß, wie viel ich trinke.
Meistens jedenfalls.
Und ich brauch ganz sicher niemanden,
der aus meinem Abend eine Intervention macht.
Du kannst meine schlechte Entscheidung sein.
Sehr gern sogar.
Aber nicht mein Gewissen.
Das ist eine beschissene Position
mit miserabler Bezahlung.
Ich werd mich nicht für dich ändern.
Werd morgens nicht plötzlich romantisch.
Und nur weil ich dich nachts näher ziehe,
heißt das nicht,
dass du mir morgens gehörst.
Hart?
Vielleicht.
Unklar?
Ganz sicher nicht.
Wenn du bleibst, dann kenn die Regeln,
keine Märchen in mein Bett.
Keine Liebe zwischen Whiskey,
schwarzen Laken und Zigaretten.
Du kannst mich wollen –
verständlich.
Ich seh schließlich jeden Morgen
denselben Mann im Spiegel.
Aber erwarte nicht mein Herz.
Das Ding hat heute geschlossen.
-
Juni.
Da ist dieses Datum wieder.
Und plötzlich schwarzes Eisen,
alter Stein und kaltes Mondlicht.
Ein Mädchen halb auf einem Friedhofstor,
Rock zu kurz, Grinsen viel zu breit.
Ich hätte sie aufhalten sollen.
Stattdessen hab ich ihr erzählt,
der Teufel würde sie holen.
Zehn Sekunden später
bin ich selbst über das Tor geklettert.
Fünf Jahre.
Fast.
Verdammte Scheiße.
Jetzt weiß ich wenigstens,
warum ich dich heute reingelassen hab.
[Male Bridge – low, restrained]
Nicht wegen Liebe.
Nicht wegen Hoffnung.
Nicht weil ich plötzlich glaube,
aus uns könnte irgendwas werden.
Ich wollte nur nicht hier sitzen,
allein,
mit einer Flasche
und genug Ruhe,
um mich zu fragen,
ob Jinx heute auch daran denkt.
Tut sie nicht.
Bestimmt nicht.
Hat wahrscheinlich Besseres zu tun.
Sollte sie zumindest.
Also heute keine Stille.
Keine Erinnerungen.
Keine Gefühle.
Nur meine Regeln.
Und du kannst jederzeit gehen.
Wenn du bleibst, dann kenn die Regeln,
ich mach sie dir ein letztes Mal klar.
Keine Liebe, keine Zukunft,
kein gemeinsames nächstes Jahr.
Keine Fragen nach Gefühlen,
keine Hand an meinem Glas.
Willst du mehr als meine Nächte,
Baby,
dann bist du hier falsch.
Ich zwing dich nicht zu bleiben.
Hab ich nie.
Und trotzdem fällt hinter dir
gerade meine Haustür ins Schloss.
Von innen.
Na also.
Später wird die Wohnung nicht leer sein.
Das Bett auch nicht.
Und ich werde nicht
auf die Uhr sehen.
Nicht an fünf Jahre denken.
Nicht an einen Friedhof.
Nicht an Vollmond.
Nicht an Jinx.
Zumindest nicht die ganze Nacht.
Keine Versprechen, Baby.
Hab ich doch gesagt.
Nur ein kleiner Ausflug - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
22 Uhr.
Er schläft schon.
An einem Samstag.
Das ist entweder beneidenswert gesund
oder erschreckend langweilig.
Okay, Jinx.
Sei nett.
Ich steh barfuß vor dem Kleiderschrank,
zieh das schwarze Kleid heraus.
Das, bei dem er immer findet:
„Ein bisschen länger sähe eleganter aus.“
Deshalb genau das.
Viel zu kurz,
viel zu schwarz,
viel zu ich.
Stiefel an.
Gin geschnappt.
Tür ganz leise hinter mir zu.
Ich geh nur kurz spazieren.
Mit Alkohol.
Nachts.
Im Minikleid.
Völlig normales Erwachsenenverhalten.
Ich weiß längst, wohin ich laufe.
Tu aber noch fünf Minuten so,
als wär's spontan.
Man muss sich schließlich
ein bisschen Würde bewahren.
Nur ein kleiner Ausflug, Baby,
nur ein bisschen Nacht für mich.
Keine Flucht und keine Krise,
und ganz bestimmt nicht wegen dir.
Ich will nur wieder etwas fühlen,
das nicht vorher abgesprochen war.
Will einmal tun, was mir gefällt,
ohne zu hören:
„Ich fänd's anders besser.“
Scheiße.
Das saß.
Die Straßen werden langsam leerer,
der Gin schlägt gegen meinen Oberschenkel.
Und mit jedem Schritt wird's leichter,
mich an all den Unsinn zu erinnern.
Ash und ich um drei Uhr morgens:
„Was wäre, wenn wir jetzt“
Mehr brauchten wir meistens nicht.
Die Hälfte unserer besten Ideen
hätte vermutlich mit einer Geldstrafe geendet.
Die andere Hälfte
Okay.
Auch.
Aber wir haben gelacht.
Gott, haben wir gelacht.
So dieses hässliche, echte Lachen,
bei dem keine Sau mehr attraktiv aussieht.
Das fehlt mir.
Nicht er.
Das Lachen.
Nicht Ash.
Das Gefühl.
Nicht
Ach, fick dich doch.
Wen versuch ich hier eigentlich zu überzeugen?
Nur ein kleiner Ausflug, Baby,
nur zurück zu einem alten Ort.
Wo mir keiner meine Sätze glättet,
keiner sagt, was besser zu mir passt.
Ash hat nie mein Kleid verlängert,
nie entschieden, was ich brauch.
Wenn ich irgendeinen Schwachsinn wollte,
sagte er höchstens:
„Warte. Ich komm auch.“
Verdammtes Arschloch.
Warum klingt das heute
so beschissen schön?
Dann steht es vor mir.
Altes Eisen.
Hohe Spitzen.
Der Friedhof dahinter schwarz und still.
Hallo, alter Freund.
Fünf Jahre zuvor hing ich genau hier
mit einem Bein über diesem Tor.
Und irgendein arrogantes Arschloch
stand plötzlich hinter mir.
„Der Teufel holt dich.“
Ja, Ash.
Hat hervorragend funktioniert.
Ich stell den Fuß ins alte Eisen,
zieh mich hoch wie damals.
Das Kleid rutscht viel zu weit.
Tradition muss gepflegt werden.
Oben bleib ich einen Moment sitzen.
Und verdammt
ich wünschte plötzlich,
ich würde deine Stimme hinter mir hören.
Aber da ist nichts.
Nur Nacht.
Nur ich.
Und eine Flasche Gin.
Ich spring auf die andere Seite.
Kenn den Weg noch.
Links an den alten Engeln vorbei,
durch die schmale Reihe,
bis zu dieser Bank.
Unserer Bank.
Nein.
Nicht unserer.
Eine Bank gehört niemandem.
Halt die Klappe.
Ich setz mich.
Genau hier hast du mich
zum ersten Mal geküsst.
Oder ich dich.
Darüber haben wir fünf Jahre gestritten.
Scheiße.
Es war wohl doch kein kleiner Ausflug, Baby.
Na schön.
Erwischt.
Ich sitz auf einer kalten Bank
und trink auf etwas, das nicht mehr existiert.
Auf fünf Jahre, die es niemals wurden.
Auf zwei Idioten hinter diesem Tor.
Auf jeden völlig kranken Einfall,
auf jedes:
„Komm, wir machen's einfach.“
Und auf den einzigen Mann,
bei dem ich niemals kleiner werden musste,
damit neben mir noch Platz für ihn war.
Fuck.
Das tut weh.
Ich nehm einen Schluck Gin.
Dann noch einen.
Happy Anniversary, Ash.
Nein.
Das ist bescheuert.
Wir haben keinen Jahrestag mehr.
...
Trotzdem.
Auf uns.
Auf das, was wir waren.
Und auf die beschissene Tatsache,
dass ich dich offenbar
immer noch nicht vergessen hab.
Arschloch.
Vor Mitternacht - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Kurz nach elf.
Scheiße.
Nein.
Nicht wegen des Datums.
Ich hab nur noch was vor.
Eben lag noch jemand auf meinem Sofa,
Lippen an meinem Hals,
Finger schon an meinem Hemd.
Eigentlich ein ziemlich guter Abend.
Eigentlich.
Dann fällt mein Blick auf die Uhr.
Kurz nach elf.
Und plötzlich hab ich keine Lust mehr.
Nicht auf Küsse.
Nicht auf Hände.
Nicht auf Gesellschaft.
Also beende ich die Sache.
Kalt.
Schnell.
Effizient.
Ich hab noch was vor.
Mehr Erklärung gibt's nicht.
Zwei Minuten später
fliegen Schuhe über meinen Boden.
Jacke.
Tasche.
Wütender Blick.
Dann knallt meine Haustür.
Dramatisch.
Aber wenigstens deutlich.
Ich muss noch raus vor Mitternacht,
frag nicht wohin, geht niemanden was an.
Nur frische Luft und alter Whiskey,
nichts, worüber man reden kann.
Kein Grund, kein Plan, kein scheiß Gefühl,
ich fahr nur irgendwohin.
Und dass heute der neunundzwanzigste ist—
reiner Zufall.
Ganz bestimmt.
Noch nicht halb zwölf.
Reicht locker.
Ich knöpf mein Hemd wieder zu,
schwarze Jacke drüber.
Schlüssel.
Whiskey.
Zigaretten.
Mehr braucht ein Mann nicht.
Vor allem keiner,
der absolut nicht gerade
zu einem Friedhof fährt,
weil dort vor fünf Jahren
ein völlig wahnsinniges Mädchen
über ein Eisentor geklettert ist.
Das wäre nämlich erbärmlich.
Also nennen wir es Spaziergang.
Mit Whiskey.
Nachts.
Zum Friedhof.
Am neunundzwanzigsten Juni.
Okay.
Wenn man es so formuliert,
klingt es tatsächlich beschissen.
Ich muss noch raus vor Mitternacht,
nur ein Weg durch diese Stadt.
Kein verdammtes Jubiläum,
weil man ohne Beziehung keins mehr hat.
Fünf Jahre wären's heute gewesen.
Na und?
Ich kann mich eben erinnern.
Mehr ist das nicht.
Und falls ich schneller gehe
liegt das nur daran,
dass ich ungern Zeit verschwende.
Die Straßen werden langsam leerer.
Die Flasche offen in meiner Hand.
Und mit jedem verdammten Schritt
macht mein Kopf genau das,
was er nicht machen soll.
Altes Eisen.
Vollmond.
Grabsteine.
Diese Bank.
Und Jinx.
Natürlich.
Vielleicht hat sie den Tag vergessen.
Gut.
Soll sie.
Vielleicht liegt sie längst bei ihm.
Noch besser.
Vielleicht ist sie glücklich.
[Kurze Pause]
...
Darüber denken wir jetzt
besser nicht genauer nach.
Die Nacht läuft mir davon.
Wenn ich mich nicht vertrödel,
bin ich vor Mitternacht dort.
Nicht weil ich jemanden treffen will.
Nicht weil ich hoffe,
dass sie denselben bescheuerten Gedanken hatte.
Ich will einfach
Scheiße.
Mir fällt nicht mal mehr
eine gute Ausrede ein.
Trotzdem seh ich sie schon vor mir.
Auf dieser alten Bank.
Gin in der Hand.
Irgendein schwarzes Kleid,
viel zu kurz für einen Friedhof.
Als hätte sie jemals interessiert,
was irgendwo angemessen ist.
Vielleicht ist sie wirklich dort.
Vielleicht auch nicht.
Und selbstverständlich
ist mir beides vollkommen egal.
Deshalb beeile ich mich ja auch.
Logisch.
Verdammt.
Nicht mehr lange bis Mitternacht.
Schneller.
Ich bin nicht wegen dir hier draußen, Baby,
red dir bloß nichts darauf ein.
Ich wollte Whiskey, Nacht und Ruhe,
und zufällig muss es dieser Friedhof sein.
Kein Jahrestag, kein alter Funke,
kein Wunsch, dich wiederzusehen.
Doch wenn du heute dort nicht sitzt—
dann werd ich eben wieder gehen.
Ganz einfach.
Ist mir egal.
Vollkommen.
Also sei verdammt noch mal da.
Da vorne ist das Tor.
Noch ein paar Minuten.
Geschafft.
Natürlich.
Jetzt kletter ich da rüber.
Setz mich kurz auf die Bank.
Trink meinen Whiskey.
Mehr nicht.
Und wenn du da bist...
war's Zufall.
Wenn du nicht da bist...
...auch
Frohen fünften Jahrestag, Jinx.
Scheiße.
Das hab ich nicht gesagt.
Du bist spät - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Noch ein Schluck.
Dann geh ich.
Wirklich.
Vielleicht zwei.
Gin verdunstet schließlich.
Irgendwie.
Ich sitz noch immer auf der alten Bank,
Beine hoch, Flasche in der Hand.
Hab gerade beschlossen, dass Nostalgie
eine ausgesprochen dumme Erfindung ist.
Da hör ich Schritte.
Langsam.
Schwer.
Vertraut genug,
dass mein Körper sie erkennt,
bevor mein Kopf es tut.
Ich seh hoch.
...
Oh.
Scheiße.
Ash.
Und natürlich siehst du gut aus.
Natürlich.
Wär ja auch zu viel verlangt,
wenn du nach all den Monaten
aussehen würdest wie ein überfahrener Waschbär.
Deine Haare sind kürzer.
Andere Jacke.
Anderes Hemd.
Irgendwie härter.
Erwachsener vielleicht.
Nein.
Das wäre jetzt wirklich übertrieben.
Du bist spät, Baby.
Mehr fällt mir nicht ein.
Fünf Monate ohne dich vor mir
und mein Gehirn stellt einfach den Betrieb ein.
Du grinst mich schief an.
Dieses verdammte Grinsen.
Und für ungefähr drei Sekunden
vergess ich atmen, denken, sprechen.
Sehr beeindruckend, Jinx.
Wirklich souverän.
Also heb ich nur den Gin und sag:
„Du bist spät.“
Gerettet.
Du setzt dich neben mich.
Nicht zu nah.
Nicht weit genug.
Dein Whiskey landet zwischen deinen Knien,
mein Gin bleibt sicher bei mir.
Wir sagen erstmal gar nichts.
Was irgendwie lustig ist.
Früher konnten wir beide
nicht mal fünf Sekunden die Fresse halten.
Jetzt sitzen wir hier wie zwei Idioten,
die plötzlich Manieren entdeckt haben.
Ich trink.
Du trinkst.
Ich schau geradeaus.
Du vermutlich auch.
Zumindest bis ich rübersehe.
Und du schon guckst.
Arschloch.
Ich halte deinen Blick.
Natürlich.
Wer zuerst wegschaut, verliert.
Das war nie offiziell eine Regel.
Ist es jetzt.
Eine Sekunde.
Zwei.
Drei.
Vier
Warum guckst du mich so an?
Nein.
Nicht antworten.
Bitte nicht antworten.
Du bist spät, Baby,
aber leider noch rechtzeitig.
Kurz vor Mitternacht auf unserer—
Auf dieser Bank.
Rein zufällig.
Offensichtlich.
Du mit Whiskey, ich mit Gin,
beide vollkommen unverdächtig hier.
Am neunundzwanzigsten Juni.
Gott, wir sind so beschissen im Lügen.
Und trotzdem sagt keiner:
„Ich hab gehofft, du wärst hier.“
Also trinken wir lieber.
Sehr erwachsen.
Ich schiel wieder zu dir rüber.
Nur wissenschaftlich.
Menschen verändern sich schließlich.
Muss dokumentiert werden.
Die Haare stehen dir.
Leider.
Die Jacke auch.
Noch leiderer.
Und dieses bisschen mehr Bart
Okay.
Genug Wissenschaft.
Ich nehm einen großen Schluck Gin.
Falsche Entscheidung.
Jetzt bist du immer noch attraktiv,
aber ich hab weniger Filter.
Fantastisch.
Und plötzlich erinner ich mich,
wie sich deine Hand in meiner anfühlte.
Wie du gelacht hast,
wenn meine Ideen besonders bescheuert waren.
Wie du nie gefragt hast:
„Musst du das wirklich machen?“
Sondern eher:
„Brauchen wir dafür Werkzeug?“
Scheiße, Ash.
Das hab ich vermisst.
Nicht nur dich.
Uns.
Dieses leichte.
Dieses dumme.
Dieses:
Die Welt hält uns für bekloppt,
aber wenigstens haben wir Spaß.
Dann seh ich dich wieder an.
Und diesmal schaust du nicht weg.
Ich auch nicht.
Deine Schulter fast an meiner.
Nur ein paar Zentimeter.
Lächerlich wenig.
Plötzlich fühlt sich diese Bank
viel zu klein an.
Mein Herz macht irgendeinen Scheiß.
Ignorieren.
Gin.
Sehr gutes Konzept.
Du hast dich verändert.
Ich übrigens auch.
Vielleicht ist genau das
das verdammte Problem.
Du bist spät, Baby,
aber ich bin noch hier.
Und vielleicht sagt das mehr über uns,
als gerade gut wäre für mich.
Du mit deinem schiefen Grinsen,
ich mit meinem viel zu kurzen Kleid.
Fünf Jahre nach unserem ersten Abend—
fast Mitternacht.
Fast vorbei.
Und wir sitzen wieder nebeneinander,
als hätte diese Bank nur gewartet.
Kein Streit.
Keine Antworten.
Kein „Was ist damals passiert?“
Nur Gin.
Whiskey.
Und zwei Blicke,
die eindeutig länger dauern,
als sie sollten.
Hör auf, so gut auszusehen.
Das ist manipulativ.
Mitternacht.
Na toll.
Jetzt wären es fünf Jahre.
Ich heb meinen Gin.
Du deinen Whiskey.
Keiner sagt, worauf.
Müssen wir auch nicht.
Ich seh dich an.
Du grinst wieder.
Und mein Gehirn
Ja.
Schon wieder weg.
Fick dich, Ash.
...
Schön, dich zu sehen.
Kleine Anmerkung hinter den Kulissen:
Ab diesem Song hat Suno sein Musikmodell geändert. Deshalb klingen Jinx und Ash stellenweise etwas anders als zuvor. Keine Sorge - es sind immer noch dieselben zwei Katastrophen. Nur Suno hat ihnen ungefragt ein kleines Stimm-Makeover verpasst. 😉
Fast wie früher - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Erst sitzen wir da wie zwei Fremde,
Whiskey bei mir, Gin bei dir.
Fünf Minuten später beleidigst du mein Hemd.
Na endlich.
Ich erklär dir sachlich,
dein Kleid sei kaum als Kleidung anerkannt.
Du grinst.
Ich grins zurück.
Und plötzlich streiten wir darüber,
wer damals zuerst wen geküsst hat.
Du liegst falsch.
Wie meistens.
Ja, Baby.
Genau das hab ich vermisst.
Ein Schluck Gin.
Ein Schluck Whiskey.
Noch ein dummer Kommentar.
Und neun Monate Abstand
sind plötzlich verdammt weit weg.
Fast wie früher, Baby,
nur dass keiner es so nennt.
Du lachst wieder über meinen Schwachsinn,
bis dein ganzes Gesicht brennt.
Ich ärger dich, du schlägst zurück,
und alles geht erschreckend leicht.
Scheiße.
Ich hatte fast vergessen,
wie gut sich dein Lachen mit meinem verträgt.
Fast wie früher.
Gefährlicher Satz.
Wir erfinden Geschichten über Grabsteine.
Natürlich tun wir das.
Der Typ dort war Geheimagent.
Die Frau daneben hat ihn vergiftet.
Du machst daraus eine Domina
mit drei Ehemännern.
Da ist sie wieder.
Meine
Nein.
Nicht meine.
Jinx.
Einfach Jinx.
Du klaust meinen Whiskey,
ich dafür deinen Gin.
Schmeckt nach Parfum
mit schlechten Entscheidungen.
Und wir lachen so laut,
dass selbst die Toten ihre Ruhe wollen.
Fast wie früher, Baby,
dieselbe Bank, derselbe Mist.
Als wär nie irgendwas passiert,
als hätten wir uns nie vermisst.
Kein vorsichtiges Kennenlernen,
kein Überlegen, was man sagen darf.
Nur du.
Nur ich.
Und dieser leichte Scheiß,
den ich bei niemand anderem mehr hatte.
Das war ehrlicher als geplant.
Irgendwann werden die Witze weniger.
Nicht unangenehm.
Das ist das Problem.
Unsere Schultern berühren sich.
Keiner rückt weg.
Dein Knie liegt an meinem.
Auch das bleibt.
Plötzlich hör ich deinen Atem,
das Klirren der Flaschen,
jedes kleine Geräusch.
Neun Monate.
Und mein Körper weiß noch immer,
wie nah du dich anfühlst.
Scheiße.
Dann siehst du mich an.
Nicht frech diesmal.
Meine Hand neben deiner.
Ein paar Zentimeter.
Dann weniger.
Dein Blick fällt auf meinen Mund.
Oh.
Schlechter Zug, Baby.
Weil ich dasselbe tue.
Ich beug mich zu dir.
Langsam.
Du weichst nicht zurück.
Dein Atem an meinen Lippen.
Fast.
Verdammt nah.
Keine anderen Frauen.
Kein anderer Mann.
Keine neun Monate.
Nur wir.
Dann weichst du zurück.
Natürlich.
Du stehst auf,
glättest dein viel zu kurzes Kleid.
Du musst nach Hause.
Nach Hause.
Ich nicke.
Kein Spruch.
Kein Drama.
Ich frag nicht, ob du bleiben willst.
Ich halt dich nicht fest.
Denn ich weiß,
wer dort auf dich wartet.
In diesem schwarzen, sauberen Haus.
Also geh.
Bevor ich doch noch etwas Dummes tue.
Fast wie früher, Baby,
aber eben nur fast.
Für ein paar Stunden warst du wieder hier,
bis die Wirklichkeit dazwischenpasst.
Wir haben gelacht wie zwei Idioten,
und beinahe hätte ich vergessen,
dass du inzwischen bei ihm bist.
Du gehörst ihm nicht.
Du gehörst niemandem.
Das wusste ich wenigstens immer.
Aber du gehst zu ihm.
Und verdammt
das reicht schon.
Ich seh dir nach,
bis du hinter dem Tor verschwindest.
Warte, bis du weit genug weg bist.
Dann fliegt die Whiskeyflasche
gegen die Friedhofsmauer.
Scheiße!
Neun verdammte Monate.
Andere Frauen.
Andere Nächte.
Andere Betten.
Und ein Abend mit dir reicht.
Dein Lachen.
Dein Knie an meinem.
Beinahe ein Kuss.
Und ich steh wieder hier
wie der letzte Idiot.
Er wartet auf dich.
Du gehst zu ihm.
Und ich hab dich nicht aufgehalten.
Sehr erwachsen.
Ich hasse es.
Neun Monate, Jinx.
Und ein paar Stunden reichen,
um mich daran zu erinnern,
warum keine von ihnen du war.
Fast wie früher.
Was für ein beschissener Witz.
Gute Nacht, Jinx.
...
Fick dich.
Und ihn gleich mit.
Im Regen sieht's keiner - Jinx
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Electro
Lyrics
Nicht umdrehen.
Einfach weitergehen.
Ganz normal.
Scheiße.
Ich hätte ihn gern geküsst.
Meine Schritte sind viel zu langsam,
der Friedhof längst hinter mir.
Und meine Lippen erinnern sich an etwas,
das überhaupt nicht passiert ist.
Noch ein Zentimeter.
Vielleicht zwei.
Dann wär's passiert.
Und verdammt, ich wollte es.
Aber ich hab einen Freund.
Und Jinx betrügt nicht.
Glückwunsch.
Moralisch einwandfrei.
Fühlt sich trotzdem beschissen an.
Dann zerreißt ein Blitz den Himmel.
Donner direkt hinterher.
Oh, komm schon.
Muss das so dramatisch sein?
Ja, ich hab's verstanden!
Sehr subtil!
Im Regen sieht's keiner, Baby,
also lass ihn ruhig runtergehen.
Mach mein Kleid schwer, ruinier mein Make-up,
hier ist sowieso niemand, der's sieht.
Vielleicht ist es Regen auf meinen Wangen.
Vielleicht auch nicht.
Und wenn der Allmächtige heute urteilt
stell dich hinten an.
Ich bin schon dabei.
Nach fünf Minuten bin ich klitschnass.
Haare im Gesicht,
Stiefel voller Wasser.
Sexy.
Wirklich.
Und trotzdem muss ich grinsen,
weil ich wieder an die Bank denke.
An Ashs beschissenes Hemd.
An seinen Whiskey.
An dieses schiefe Grinsen,
das offenbar immer noch problemlos
mein Gehirn ausschalten kann.
Wir haben gelacht.
Richtig gelacht.
Nicht höflich.
Nicht passend.
Nicht leise genug.
Einfach wir.
Gott, das hat gefehlt.
Im Regen sieht's keiner, Baby,
wenn das Grinsen plötzlich bricht.
Wenn aus „war doch nur ein schöner Abend“
etwas wird, das verdammt nach Vermissen klingt.
Ich hätte ihn fast geküsst.
Nein.
Falsch.
Ich hätte ihn geküsst.
Ich hab nur rechtzeitig aufgehört.
Das ist ein Unterschied.
Leider.
Mit jedem Schritt Richtung Zuhause
wird mein Magen etwas schwerer.
Denn dort wartet ein Mann auf mich,
der nichts hiervon verdient hat.
Nicht die Bank.
Nicht Ash.
Nicht diesen Fast-Kuss.
Und ganz sicher nicht die Tatsache,
dass ich gerade durch ein Gewitter laufe
und wegen meines Ex heule.
Fantastisch, Jinx.
Wirklich hervorragend gelöst.
Ich hasse Lügen.
Schon immer.
Lügen brauchen Planung.
Details.
Ein gutes Gedächtnis.
Viel zu anstrengend.
Aber die Wahrheit?
Die kann ich ihm nicht geben.
Das Haus kommt in Sicht.
Schwarz.
Modern.
Sauber.
Licht im Wohnzimmer.
Natürlich.
Vielleicht schläft er.
Bitte schlaf.
Bitte
Nein.
Da steht er.
Arme verschränkt.
Oh, Scheiße.
Ich öffne die Tür.
Wasser tropft von meinem Kleid
auf seinen perfekten Boden.
Und bevor mein Gewissen
mich noch aufhalten kann,
kommt die Geschichte einfach raus.
Einer Freundin ging's schlecht.
Sie brauchte mich.
Wir haben geredet.
Ich hab die Zeit vergessen.
Wow.
Ich hasse jedes einzelne Wort.
Im Regen sieht's keiner, Baby,
doch hier drinnen gibt's kein Versteck.
Draußen konnte ich noch ehrlich weinen,
hier lächle ich und lüge alles weg.
Ich sag, es tut mir leid.
Das stimmt sogar.
Nur leider nicht für das,
wofür er es gerade hält.
Ich hab Ash nicht geküsst.
Ich bin treu geblieben.
Also warum fühlt es sich an,
als hätte ich trotzdem etwas verraten?
Vielleicht weil meine Lippen nein gesagt haben
und der ganze Rest von mir
verdammte Scheiße ja.
Er holt mir ein Handtuch.
Ich steh da und friere.
Er glaubt mir.
Das ist irgendwie das Schlimmste daran.
Ich hätte Ash gern geküsst.
Hab ich aber nicht.
Darauf kann ich stolz sein.
Bestimmt.
Ich geh nach oben.
Zieh mein nasses Kleid aus.
Und denke schon wieder
an dieses verdammte schiefe Grinsen.
Neun Monate.
Und ein Abend.
Mehr hat's nicht gebraucht.
Scheiße.
Dein Zuhause - Ash
Gothic Rock, Industrial Rock, Dark Alternative Rock
Lyrics
Tür zu.
Jacke weg.
Whiskey.
Was für ein beschissener Abend.
...
Nein.
War er nicht.
Das ist ja das Problem.
Der erste Stuhl kann nichts dafür.
Weiß ich.
Fliegt trotzdem um.
Der Tisch steht im Weg.
Jetzt nicht mehr.
Ein Glas zerbricht an der Wand,
und erstaunlicherweise
geht's mir kein Stück besser.
Interessant.
Ich dachte, dafür wär Gewalt gegen Möbel da.
Wieder was gelernt.
Denn ich seh immer noch diese Bank.
Dein Knie an meinem.
Deine Augen auf meinem Mund.
Und dann diese vier Worte:
Du musst nach Hause.
Ja.
Zu ihm.
Also tritt der nächste Stuhl
seinen Dienst als unschuldiges Opfer an.
Besser er als—
Lassen wir das.
Ich bin schließlich vernünftig.
Offensichtlich.
Ich würd ihm gern eine reinhauen,
nur einmal mitten ins perfekte Gesicht.
Nicht weil ich eifersüchtig wäre—
Baby, so erbärmlich bin ich nicht.
Nur weil er jetzt dort auf dich wartet,
wo ich verdammt noch mal nicht mehr bin.
Weil du „nach Hause“ sagst
und dabei sein Haus meinst.
Das ist alles.
Kein Gefühl.
Nur ein kleiner sprachlicher Einwand.
Das Sofakissen fliegt.
Unbefriedigend.
Die Lampe macht mehr Eindruck.
Scheiße.
Die war teuer.
Na ja.
Jetzt ist sie moderner.
Minimalistisch.
In ungefähr zwölf Einzelteilen.
Ich öffne den Whiskey.
Kein Glas mehr nötig.
Effizienz.
Und leider bist du immer noch da.
Nicht wirklich.
Das wär einfacher.
Nur dein Lachen in meinem Kopf.
Dein Gin auf deinen Lippen.
Dieser eine verdammte Moment,
in dem du nicht zurückgewichen bist.
Fast.
Fast hätte ich dich geküsst.
Fast hättest du mich gelassen.
Nein.
Du hättest mich gelassen.
Du hast nur rechtzeitig aufgehört.
Ich würd ihm gern eine reinhauen,
für jedes Mal, das er dich jetzt berührt.
Für jeden Morgen neben dir,
den dieser schöne Bastard kassiert.
Nicht weil ich dich zurückwill.
Scheiße.
Schlechter Satz.
Streichen.
Ich bin nur angepisst,
weil neun Monate offenbar nicht reichen,
wenn du mich einmal so ansiehst.
Mehr nicht.
Jetzt sieht mein Wohnzimmer aus,
wie mein Abend sich anfühlt.
Sofa schief.
Glas am Boden.
Stuhl umgekippt.
Lampe tot.
Eigentlich ziemlich stimmig.
Ich sollte aufhören.
Tu ich auch.
Für ungefähr zehn Sekunden.
Dann seh ich vor mir,
wie du durch seine Haustür gehst.
Klitschnass vielleicht.
Dieses kurze Kleid.
Und er darf fragen, wo du warst.
Er darf dir ein Handtuch geben.
Er darf neben dir einschlafen.
Und ich
Ich hab dich gehen lassen.
Weil ich dich nicht festhalte.
Hab ich nie.
Du wolltest gehen.
Also bist du gegangen.
So funktioniert das.
Ganz einfach.
Sehr vernünftig.
Sehr erwachsen.
Sehr beschissen.
Neun Monate lang
hab ich andere Frauen geküsst,
andere Namen vergessen,
andere Körper neben mir gehabt.
Hat funktioniert.
Meistens.
Dann sitzt du eine Nacht neben mir,
lachst über denselben alten Mist,
und plötzlich
Nein.
Vergiss es.
Wo ist noch irgendwas,
das nicht schon kaputt ist?
Ich würd ihm gern eine reinhauen,
aber eigentlich kann er nichts dafür.
Er hat dich mir nicht weggenommen.
Scheiße.
Ich weiß.
Du warst nie etwas,
das irgendjemand nehmen konnte.
Du hast ihn gewählt.
Und heute Nacht
bist du wieder zu ihm gegangen.
Das ist schlimmer.
Viel schlimmer.
Denn gegen einen Dieb
könnte ich wenigstens kämpfen.
Aber gegen deine Entscheidung?
Da wird's schwierig, Baby.
[Male Outro – gesprochen]
Ich steh mitten im Wohnzimmer.
Sieht aus wie Krieg.
Bisschen übertrieben.
War vermutlich die Lampe.
Whiskey?
Fast leer.
Hände?
Tun weh.
Herz?
Funktioniert.
Leider.
Ich räum morgen auf.
Oder kauf neue Möbel.
Ist mir scheißegal.
Du bist jetzt bei ihm.
...
Und ich bin nicht traurig.
Nur damit das klar ist.
[Pause]
Ich bin stinksauer.
Das ist was völlig anderes.
Völlig.
...
Scheiße, Jinx.